Stell dir vor …

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus sind zu Ende. Zum Abschluss wurde in unserer Stadt ein Theaterstück aufgeführt: „Krieg, stell dir vor, er wäre hier.Janne Teller hat dieses Stück 2001 geschrieben. Sie ist Dänin und hat Staatswissenschaft studiert. Dann lebte sie in New York, arbeitete in verschiedenen Krisengebieten u.a. für die EU und die UN und für andere „internationale Organisationen“.
Wir sind etwa 20 Zuschauer. Der Raum ist leicht abgedunkelt. Die Zuschauer sitzen in U-Form, in deren Mitte Tim – der Flüchtlingsdarsteller – seine Flüchtlingsrolle gestaltet. Deutschland und Europa sind in die Hände von Nationalisten gefallen. Es fallen Bomben und es explodiert ununterbrochen. Wer genau gegen wen kämpft ist nicht klar, aber da das Stück in der Zukunft spielt, geht es nicht um Plausibilität. Wichtig ist, dass der junge Schauspieler fliehen muss. Der arabische Welt ist in Zukunft eine Oase von Sicherheit und Wohlstand. Tim flieht nach Ägypten. Er muss Geld für den Schlepper bezahlen und obwohl die Ägypter freundlich sind, hat er es zunächst schwer im Flüchtlingscamp. Er bekommt zunächst keinen Sprachkurs und mit der Integration klappt es auch nicht gleich. Die Schwester von Tim –  so erfährt man nebenbei – ist irgendwie auch geflohen. Sie möchte einen Sexualkundekurs in der Schule – dieser wird aber abgelehnt. So bitter kann Immigration sein.
Unser Flüchtling kann von zu Hause nicht viel mitnehmen. Das Wichtigste für ihn ist sein Tagebuch. Das steckt in einem alten Rucksack, der eines der seltenen Requisiten auf der Bühne ist. Ich kenne diese Art von Rucksack von alten Bildern. Mein Opa war Wandervogel und hatte genau dieses Modell. Zum Schluss erhält Tim die Aufenthaltsgenehmigung, hat Arabisch gelernt und Freunde gefunden (von Freundinnen ist nicht die Rede) träumt aber immer noch von seiner alten Heimat, in der er sich – so sinniert er – vielleicht gar nicht mehr heimisch fühlen würde.
Beifall
Das Stück ist reines Betroffenheitstheater. Es wird keine Distanz zum Geschehen hergestellt, noch soll irgendetwas geklärt werden. Selbstironie ist nicht gewollt.
Nach einer kurzen Pause dürfen wir Zuschauer über das Stück sprechen. Das Gespräch wird von der Regisseurin geleitet.
Wir erfahren: Das Stück wird normalerweise in Schulen gespielt. Schüler reagieren auf die tragische Geschichte von Tim sehr einfühlsam.
Auch bei den erwachsenen Theaterbesuchern hat sich Betroffenheit eingestellt. Es wird viel über die Schwierigkeiten gesprochen, die man haben kann, wenn man in ein fernes Land kommt, dessen Sprache man nicht versteht.
Etwa die Hälfte kann sich vorstellen, dass es in Europa wieder Krieg geben kann. Keiner kann sich aber vorstellen, dass dieser Krieg im Zusammenhang mit den Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen stehen könnte. Der Flüchtlingsbegriff, wie er von den Medien verwendet wird, wird nicht in Frage gestellt. Als ich sage, dass die Flüchtlinge in ihrem jeweiligen Nachbarland in Sicherheit leben könnten, wird das bestritten. Als ich darauf beharre, erklärt unter allgemeinem Zuspruch eine Zuschauerin: Europa sei schuld an all diesen Konflikten. Wenn man sich zum Beispiel nur Afrika ansehe, die ganze Ausbeutung der Rohstoffe durch uns und das Hähnchenfleisch, das billig dorthin geliefert wird und die einheimischen Märkte zerstört.
Ich kann einwerfen, dass wir nicht alles Schlechte dieser Welt Europa anlasten sollten. Als ich auf Syrien verweise, und dass die dortigen Kämpfe, entlang der ethnischen und religiösen Linien verlaufen, dass es in Ex-Jugoslawien genau so war, und dass ich diese Gefahr auch für unser Land sehe, erklärt eine junge Zuschauerin, dass wir 80 Millionen Deutsche sind, da fallen die wenigen Flüchtlinge nicht ins Gewicht, sie habe da keine Sorgen.
Dass wir ein Propagandastück gesehen haben, welches Kinder und Jugendliche im Klassenzimmer Gefühlslagen aussetzt,  deren sie mangels Erfahrung und Wissen nichts entgegensetzen können, stört außer mir keinen. Der Flüchtling an sich ist gut. Er ist ein armer Kerl. Eine Lapalie, dass die jungen Männer nicht mit ihrem Tagebuch fliehen, sondern mit teuren Smartphones. Den Pass vergessen, kann in den Kriegswirren schon einmal passieren. Das Smartphone braucht der Flüchtling um während der gefährlichen Flucht Kontakt zur Familie zu halten, die aus unerfindlichen Gründen im von Krieg zerstörten Land weiterleben kann.

Einen Wertekonflikt zwischen der europäischen Gesellschaft und Afrika und Mittelasien wird verneint, stattdessen spricht eine Dame, die mit ihren beiden Kindern das Theatererlebnis teilt, von ihrer Erfahrung, als sie ein Jahr in Südamerika gelebt hat. Sie musste sich dort auch erst eingewöhnen.
Insgesamt also alles so, wie es sich für einen wohlklingenden Schlussakkord für die „Themenwochen Antirassismus“ gehört. Mir fällt auf, wie heftig Widerspruch bekämpft und diffamiert wird.  Die bösen Rechten, Rassismus, ausländerfeindliche Gewalt, werden unentwegt beschworen, ohne je ein konkretes Beispiel zu nennen. Niemand wagt zu widersprechen oder nachzufragen. Die angebliche Ausgrenzung, die man aufs Schärfste bei den Neuhinzugekommen bekämpfen will, wird rigoros gegen Menschen in Stellung gebracht, die die Erzählung vom armen Flüchtling in Frage stellen.

Fazit:
Der Antirassismus umstellt das freie Denken. Er baut Grenzzäune im Innern. Er überwacht aufs Schärfste was gedacht werden darf. Mit jedem falschen Gedanken mit dem Zulassen einer einzigen ungefilterten Wahrheit, kann bereits die innere Rutschbahn zum KZ-Kommandanten beginnen. Er behauptet, dass es kein Halten gibt, dass eine schnurgerade Autobahn von der Skepsis in der Flüchtlingsfrage zu den Schloten von Ausschwitz führt.
Deshalb gibt es keine Veranstaltungen zum tief verwurzelten Rassismus in Afrika oder Asien. Kein Gedanke daran, dass rassistische Vorurteile, etwas Menschliches sind, dass es sie vermutlich in allen Gesellschaften gab und gibt. Völkermord als Gefahr entsteht erst dann, wenn sich eine totalitäre Regierung Rassismus als Ideologie zu eigen macht.
Was hingegen geschieht, wenn sich eine Regierung totalitärer Mittel bedient, um Antirassismus zu verbreiten, ist geschichtlich gesehen Neuland. Es zeichnet sich ab, dass die Regierung die autochthone Bevölkerung nicht mehr schützen kann oder will. Diese „angestammte“ Bevölkerung weiß gar nicht wie ihr geschieht. Natürlich erfährt sie aus den Medien hier und da, dass es Übergriffe von Fremden auf Einheimische gibt. Ob diese Übergriffe einen kulturellen / religiösen Hintergrund haben, darf nicht diskutiert werden. Es können und dürfen nur „Einzelfälle“ sein. Die eben überall vorkommen. Das neue „Besondere“ an den Gewalttaten wird nicht behandelt. Es herrscht Tugendterror, der alle diffamiert, die einen möglichen Zusammenprall unterschiedliche Kulturen in Erwägung ziehen.
Die „Tugendhaften“ werden leider dadurch befeuert, dass bei den Kritikern der offenen Grenzen, durchaus Personen sind, die einen „eigenwilligen“ Umgang mit der jüngsten Geschichte pflegen. Um deren wichtigste Ideogiekerne kurz zu nennen: a) Leugnung der Kriegsschuldfrage im 1. und 2. Weltkrieg. b) „Die Juden“ (mal alle, mal nur einige „Masterminds“), sind die wahrhaft Schuldigen an allem Bösen in der Welt, und c) die Juden und/oder US-Milliardäre hegen einen „Geheimplan“, der die Bevölkerung in Deutschland „austauschen“ will.
Dass diese Erklärungsmuster letztlich mehr Fragen aufrufen, als sie vermeintlich beantworten, ist den Protagonisten gleichgültig. Es geht um die „Wucht“ des Arguments. Der andere kann sich argumentativ abstrampeln, der Verschwörungstheoretiker bleibt im sicheren Hafen.
Es geht kein Ruck durch dieses Land, sondern ein tiefer Riss. Die beiden Lager stehen sich hasserfüllt gegenüber. In einer Situation, in der Einigkeit und Selbstverständigung aus reinem Selbsterhaltungstrieb dringend geboten wäre, zerfleischen sich die Menschen, deren angestammtes Recht es ist, über das Gebiet in dem sie leben, und über die Zukunft ihrer Kinder zu entscheiden.
Am Ende des Theaterstücks fragte die junge Regisseurin, wohin wir – im Falle eines Krieges – fliehen würden. Ich sagte, nicht wenige Juden in Frankreich fliehen inzwischen nach Israel, sie haben eine Nation, die hinter ihnen steht. Türken, Pakistanis, Albaner, Syrer usw. haben ihr Land, in das sie zurückkehren, wenn Deutschland zum Bürgerkriegsland geworden ist. Wir können nirgendwo hin. Wir zerfleischen uns gegenseitig mit Unterstützung von „Gruppen“. Der Rassismus kann endlich ohne Deutsche weiterleben.

Die dunkelste Stunde

Ein Geschichtsdrama in dessen Zentrum die Frage steht, wie England mit der katastrophalen Niederlage seiner Armeen im Mai 1940 in Frankreich umgehen soll. Auf heutige Verhältnisse übertragen ist die Sache klar: Verhandlungen mit den Deutschen. Gesprächskanäle sind bereits nach Italien zu Mussolini geknüpft. Es gibt für England dem Anschein nach keine Möglichkeit mehr, die Invasion der Insel zu verhindern. Für Verhandlungen fehlt lediglich noch die Zustimmung des englischen Premiers. Obwohl dieser die Lage nicht verkennt, weigert er sich in Verhandlungen einzuwilligen. Churchill wird gezeigt, wie er vermutlich war: im persönlichen Umgang launenhaft, manchmal unsicher aber in der Politik standhaft. Man kann es auch stur nennen. Er tut nicht, was heute zumindest in Deutschland als Ausweis höchster Staatskunst und als alternativlos gilt: Verhandeln, im Gespräch bleiben, Dialog auf Augenhöhe, Nachgeben, Kompromisse aushandeln.

Er tut nicht, was Hitler erwartet hatte, nämlich eine humanitäre Lösung für England zu erbitten. Hitler war sich sicher, dass Demokratien nicht in der Lage sind sich gegen Bedrohungen aufzulehnen, solange die Möglichkeit besteht die Sache auf angenehmere Weise zu regeln. Heute hätte er natürlich Recht, und er hätte vermutlich auch damals Recht behalten, wenn es nicht diesen englischen Sturkopf gegeben hätte.

Im Kino wirkt dieser Anprall von Patriotismus geradezu gespenstisch, unwirklich, vollkommen aus unserer Zeit gefallen. Churchill und anscheinend ein Großteil des Volkes sind bereit zu kämpfen, wenn es sein muss von Haus zu Haus. Niemals aufgeben. Niemals, auch wenn der eigene Untergang klar vor Augen steht. Ich denke allen Zuschauern an diesem Abend ging es ähnlich. Man weiß gar nicht, ob man das gut finden soll. Es beschleicht einem als Deutscher ein nie gekanntes Gefühl, das man archaisch nennen könnte: für seine Ideale, für „das Eigene“ für seine Heimat einstehen! Für das, was man als richtig erkannt hat zu kämpfen und zu sterben. Dabei klug zu sein und aufrichtig. Aber niemals das Ziel aus den Augen zu verlieren: Die Barbarei darf niemals triumphieren.

Kolonovski über Churchill

National – International

Im Lande starten wieder wie jedes Jahr die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. mit weit über 1700 Veranstaltungen. Wie „International“ diese Wochen tatsächlich sind, kann ich nicht beurteilen. Tue ich der Türkei Unrecht, wenn ich vermute, dass es dort diese Wochen gar nicht gibt? Oder werden die Kriegshandlungen während dieser beiden Wochen gegen die Kurden in Syrien eingestellt, weil es sich bei den Kurden um eine andere Ethnie handelt? Veranstaltet man in diesen Wochen Ausstellungen, mit Kinderbildern die den Genozid an den Armenier nachempfinden, Berichte von Zeitzeugen? Schwer vorstellbar. Und beteiligt sich Südafrika, wenn es gerade dabei ist, Land Bauern zu entreißen, weil diese eine andere Hautfarbe haben?
Was mich an den deutschen Wochen gegen Rassismus nachdenklich macht, ist ihr Propagandacharakter. Vielleicht ist man ja blind, wenn man schon immer hier lebt, so dass man gar nicht mehr das Typische einer Mentalität erkennen kann. Aber ich habe den Eindruck, dass sich unser Staat in der Vergangenheit keine weltanschaulichen Kampagnen geleistet hat. Soweit ich weiß, haben „wir“ in der BRD immer mit einer gewissen Überheblichkeit auf die staatlich verordneten Themenwochen herabgeblickt, wie sie in der DDR üblich waren. Das Bemühen der Regierenden dort war überdeutlich ihren Staatsbürgern Denkvorgaben zu machen, festzuklopfen was per se richtig oder falsch ist. „Unsere“ Verachtung bezog sich darauf, dass der Staat seinen Bürgern keine Ideologie aufdrücken darf. Der Staat hatte sich aus weltanschaulichen Denkvorgaben herauszuhalten. Heute ist das anders.
Damit diese fundamentale Wendung im Verständnis unserer Verfasstheit heute niemanden so richtig zum Bewusstsein kommt, ist vermutlich das positiv besetzte „INTERNATIONAL“ verantwortlich. Wären es „nationale“ Wochen würde die Bevormundung der Politik und der weltanschaulichen Interessenverbände deutlicher werden. Mit dem Trick „International“ besteht der Anschein, dass in Japan, im Iran, in Swasiland Wochen gegen Rassismus zelebriert werden. Möglich – aber ich glaub es nicht.
Wenn unsere staatlichen Instanzen, nahezu übergangslos das bisherige Fundament, der Nichteinmischung in weltanschaulichen Fragen verlassen und offen Propaganda betreiben, was ist die Ursache? Gab es ein starkes Aufflackern von Rassismus in diesem Land? Wurden in Büchern, Filmen, philosophischen Debatten, Theaterstücken, Liedern, ein Deutschtum gefeiert verbunden mit Abwertung Menschen anderer Herkunft? Gab es eine Stimmung in unserem Land, die das „Arische“ als die wertvollste Rasse im Völkergemisch hervorhob und voller Verachtung auf andere Rassen herabschaute? Ich konnte und kann das nirgendwo feststellen! Und wenn ich mich frage, ob ich Rassisten kenne, dann fällt mir höchstens meine Mutter ein. Sie mochte keine Farbigen. Vor allem keine Marokkaner. Sie hatte als Mädchen den Einmarsch französischer Truppen am Kriegsende erlebt. Darunter waren auch Soldaten aus den ehemaligen Kolonien. Ob da „etwas“ vorgefallen ist, hat meine Mutter nie gesagt. Aber ihre Abneigung war da, jedoch nie in irgendeiner Weise aggressiv. Nie hätte sie einen anderen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe herabgewürdigt. Ich kann sie aber nicht mehr zu den Wochen gegen Rassismus schicken um ihre „Vorurteile“ zu bearbeiten. Sie hat mögliche „Ereignisse“ – wie das heute in den Medien heißt – mit ins Grab genommen.
Es gab die NSU Morde. Nach allem was man weiß, war die Tätergruppe sehr klein. Sie bestand aus 3 Personen, von denen sich zwei selbst gerichtet haben und darüber hinaus ein kleines relativ überschaubares Umfeld. Denkt man an die RAF Zeit, so war das Umfeld weitaus größer und fand Widerhall bis hinein in intellektuelle Kreise (Satre). Wurden damals „Internationale Wochen gegen Internationalismus“ ausgerufen und jährlich zelebriert?
Weshalb hat dieses Land das weltanschaulich neutrale Fundament, das 70 Jahre Konsens war über Bord geworfen und führt nun einen Kampf gegen eine Gefahr, die es in diesem Land gar nicht gibt?
Ich habe nur ein paar Vermutungen: Das „Deutsche“ wollten wir sowieso hinter uns lassen. Es gilt als spießig, unlocker, verbiestert, arbeitsbesessen. Also, vollkommen uncool. Diese Tugenden passen nicht in die moderne Konsumwelt, also weg damit und einen internationalen Citoyen geschaffen. Aber niemand hatte damit ein Problem. So lange Menschen aus Europa, vor allem aus den südlichen Ländern Europas nach Deutschland kamen, wurden sie herzlich aufgenommen. Gerade die jungen Deutschen mochten die lockeren fröhlichen Menschen aus dem Süden. Sie reisten später in ihre Länder und lernten fleißig deren Sprachen.
Die damals jungen Leute, sind heute in den entsprechenden Positionen. Sie sehen heute eine gewisse Skepsis gegenüber der Einwanderung und übertragen ihre positiven Erfahrungen mit den damaligen Gastarbeitern aus Südeuropa auf Einwanderer mit einem außereuropäischen Wertegerüst. Sie möchten ihre positiven Erfahrungen den Deutschen mitgeben. Vielleicht daher so viele Workshops in der Art: „Töpfern gegen Rassismus“?
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er möchte auch glauben und Recht haben. Die Zurückhaltung in weltanschaulichen Fragen, die sich die alte BRD auferlegt hatte, hinterließ ein Vakuum. Nachdem der Kommunismus in sich zusammengefallen war, die BRD ihren Antipoden verloren hatte, stellte sich eine gewisse Leere ein. Jetzt fehlte eine Rahmenerzählung. Das vereinte Deutschland konnte sich – angesichts der Katastrophen seiner jüngeren Geschichte – auf keine genuin positive Erzählung einigen. Daher machte es, auf typisch deutsche Art, das Gegenteil daraus. Eine Anti-Erzählung. Deutsch soll sein, was nicht Deutsch ist. National soll sein, was nicht National ist. Grenzen braucht es nicht mehr. Das „Eigene“ soll sich über das „Fremde“ definieren und dann auflösen.
Ein anspruchsvolles Programm! Wir schaffen, was uns ausmacht – und für das die restliche Welt im Allgemeinen Hochachtung empfindet – ab und lösen uns in einer (vollkommen fiktiven) Weltkultur auf. Daher braucht es keinen reellen Rassismus, um die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ aufzulegen. Ziel ist nicht die Bekämpfung von etwas, dass es gar nicht mehr in diesem Lande gibt, sondern jegliche Abgrenzung gegenüber anderen Wertvorstellungen und Haltungen zu beseitigen. Die einfache Wahrheit, dass auch Menschen andere Weltgegenden durchaus Rassisten sein können, wird ausgeblendet. Vielmehr wird Deutschen, die an Hand von Fakten auf diese Tatsache verweisen, üble Motive unterstellt: sie seien Grunde ihres Herzens Rassisten! Der Abwehrbiss trifft auch Menschen, die gar nicht  aus Deutschland stammen, den Verhältnissen in ihrer Heimat entflohen sind und warnen wollen.
Den Deutschen wird es letztlich gelingen, sich als eigenes Volk aus der Gemeinschaft der Völker zu verabschieden. Dies geschieht aufgrund einer falschen Prämisse: Das Gegenteil von Böse muss nicht immer gut sein. BRD und DDR haben unentwegt auf die bösen 12 Jahre unter Hitler gestarrt, die Menschen waren von dieser Zeit so gefangen, dass es Konsens geworden ist, die NS-Jahre als das schlechthin Böseste aller Geschichte zu „idealisieren“. Und da der Nationalsozialismus eine Überhöhung der Nationalstaatlichkeit zelebrierte, gilt als das beste Gegengift die Abschaffung jeder Nation, zumindest der Deutschen. Da der NS-Staat die Überhöhung des „Deutschen als allein kulturschaffender Rasse“ feierte, finden wir unser Heil in einer Nivellierung von allem was man als „Deutsch“ empfinden könnte.
Daher feiern wir die Reihen fest geschlossen und allzeit bereit die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. Widerspruch wird nicht geduldet.

Sind doch nicht alle gleich?

Anlässlich der Wahl eines neuen Präsidenten in Südafrika bringt die FAZ heute einen Artikel (S.5) über dessen Pläne das Land weißhäutiger Menschen ohne Entschädigung zu enteignen. Diese Pläne scheinen nichts mit Rassismus zu tun zu haben, jedenfalls schreibt die FAZ nichts davon, lediglich, dass die weißen Farmer nicht erfreut über diesen Schritt sind, und dass dieser Schritt der Wirtschaft Südafrikas insgesamt schaden könnte.
Ich kenne das Land nicht, und kann nichts darüber sagen, finde aber folgende Aussagen nicht beruhigend, was den Zuzug von Menschen aus Afrika nach Deutschland angeht: Die rund 35 000 überwiegend weißen kommerziellen Farmer versorgen rund 54 Millionen Südafrikaner mit Lebensmittel, beschäftigen mehr als 650 000 Angestellte und tragen vier Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Dabei bewirtschaften sie nur 72 Prozent der 37 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzten Landes, das sich in der Hand von Privatpersonen befindet. Das Großteil des Landes aber gehört Agrarkonzernen oder dem Staat. Schon jetzt hat dieser die Möglichkeit, weiße Farmer zu zwingen ihr Land zu verkaufen. Allerdings ist das Ergebnis entmutigend. 3,4 Millionen Hektar Land wurden seit 1994 aufgekauft und schwarzen Gemeinschaften übergeben – ein Großteil dessen verrottet heute. „Mindestens 90 Prozent des Landes, das auf diese Weise seinen Besitzer gewechselt hat, liegen heute brach“, schätzt Bennie von Zyl Geschäftsführender Direktor des Landwirtschaftsverbands Transvaal Agricultural Union of South Arfrica.

Für alle Opfer: Es gibt einen neuen Tätertypus.

Was offene Grenzen alles bewirken! Ein Mann geht in den Supermarkt, kauft ein Toastbrot, steigt in den Bus, als der losfahren will, drängt er sich nochmals nach draußen. Geht erneut in den Laden, nimmt sich ein Messer aus dem Regal und ersticht den Nächstbesten, der neben ihm steht. Dann geht er auf andere Kunden los und verletzt sechs weitere Personen zum Teil schwer.
Nun kann man sagen, Messerstechereien gab es doch schon immer. In letzter Zeit auffällig viele, aber das liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit an der allgemeinen Verrohung, die durch das Internet und Hatespeech überall Verbreitung findet – jedenfalls verbietet es sich, genauer nach der Tätergruppe zu fragen, denn dann wäre es vermutlich wiederum Hatespeech.  Das Besondere an diesem Fall: es war keine Beziehungstat und es war kein Streit vorausgegangen. Jedenfalls kein Streit, von dem die Kunden im Edeka irgendeine Notiz genommen hätten, da er sich 3500 km entfernt ereignete. Kunden – wie du und ich, die den jungen Mann bei sich aufgenommen haben, mit allem versorgt haben, was er zum Leben braucht, – nicht alle ganz freiwillig, – aber auf Geheiß der gewählten Regierung.
Ahmad A. war laut FAZ (12.1.18) kein Gefährder. Jedenfalls nicht durchgängig. Zwischendrin trank er Alkohol und rauchte Haschisch. Dann wieder bekannte er sich vor Zeugen zum IS. Die Bürger sind nach Erkenntnis des Hamburger Verfassungsschutzes, besonders schwer zu schützen, denn die Motivlage des Mannes, – Palästinenser 26 Jahre, – sei eben nicht eindeutig: „Er könnte traumatisiert sein, tatsächliche oder gefühlte Diskriminierungen erfahren haben. Und solche Täter können dann die Religion zur Rechtfertigung ihrer Taten instrumentalisieren,“ diagnostiziert Torsten Voß Präsident des Hamburger Verfassungsschutzes. Ja, könnte sein, jedenfalls wenn es sich um die richtige Religion handelt und man erfährt, dass der Mörder direkt vor seiner Tat aus einem Gotteshaus spaziert ist.
Es ist Freitag der 28. Juli 2017. Die Moschee im Hamburger Stadtteil Barmbek ist wie jeden Freitag voll. Der Imam – Ahmed Mohammed – erklärt der FAZ, dass er „den Gläubigen immer wieder sagt, dass Muslime und Christen in Frieden leben sollten.“ Er hat Schwierigkeiten das auf Deutsch auszudrücken, weil er ja die Predigt sowieso nicht in dieser Sprache hält und offensichtlich nicht viel mit den Menschen spricht, mit denen in Frieden zusammengelebt werden soll.
„Er hatte,“ weiß die FAZ, „an diesem Freitag auch über den Tempelberg in Jerusalem gesprochen, der Konflikt war gerade wieder eskaliert. Der Zugang zur Al-Aqsa-Moschee war beschränkt worden. Natürlich habe er in seiner Predigt nicht zur Gewalt aufgerufen, sagt der Imam.“
Dann ist ja alles gut. Aber worüber hat er dann gesprochen? Immerhin gab es Aufstände in Palästina. Die wahrhaft Gläubigen, empfanden die Zugangsbeschränkung als Zumutung. Hat Ahmed Mohammed in seiner Predigt um Verständnis für die Israelis geworben? Sich für Frieden mit den Juden eingesetzt? Es gibt keine Aufzeichnung der Rede.

Anfang 2015 war die Moschee, schon einmal aufgefallen. „Da warnte der Verfassungsschutz vor einem salafistischen Prediger, der Koran Unterricht gegeben hatte. Schüler dieses Predigers seien in den Dschihad gezogen. Der Moscheeverein zeigte sich überrascht. Von dem Prediger trennte man sich.“ Ein Prediger, der nicht predigt, sondern im stillen Kämmerlein, mit lernwilligen Schülern die Friedensbotschaft des Korans studiert? Danach ziehen die Schüler in den „Dschihad“, sie werden zu Mördern, Vergewaltigern, Kopfabschneidern, zu Killern in Namen Allahs. Gut –  sie verrichten ihr Tötungswerk in Syrien und im Irak, das geht uns nichts an. Aber bei Edeka um die Ecke! So war das nicht gedacht! Welch unangenehme Überraschung für den Moscheeverein! Das hatten die gar nicht mitbekommen, sonst hätte die Moschee bestimmt etwas gegen den Prediger unternommen.  Anscheinend ist auch kein Schüler zum Verein gegangen, um dort mitzuteilen, dass im Koranunterricht Dinge gepredigt werden, die nichts mit der Friedensbotschaft Mohammeds zu tun haben! So musste der Verfassungsschutz vorstellig werden.
Ist es wichtig zu wissen weshalb „der Konflikt in Israel gerade wieder eskaliert war“? Der Leser der FAZ jedenfalls erfährt in dem Zeitungsartikel nichts davon: Muslime hatten anstatt zu beten, Waffen auf den Tempelberg geschmuggelt und zwei israelische Polizisten hingerichtet. Der Aufstand entzündete sich nicht daran, dass Anhänger Mohammeds einer der wichtigsten Orte ihres Glaubens mit Heimtücke und Blut tränkten, sondern dass die israelische Regierung den Zugang zur Moschee für zwei Tage beschränkte, um die Sicherheitslage zu überprüfen.
Zurück in Hamburg. Der Mörder hätte sich nach Rechtslage nicht mehr in Deutschland aufhalten dürfen. Sein Asylantrag war abgelehnt worden. Das spricht gegen die These vom neuen Tätertypus. Das ist Alltag in der Merkelkratie.

Ob die Diagnose des Verfassungsschutzes stimmt, dass es einen neuen Tätertypus gibt kann man daher nicht unbedingt zustimmen. Vielleicht gibt es einen neuen Opfertypus? Kunden beim Einkaufen, die abgeschlachtet werden, weil eine bestimmte Religion in den Augen ihrer Anhänger gerade beleidigt worden ist. Will man nicht zum neuen Opfertypus gehören und der Konflikt in Israel oder sonstwo in der islamischen Welt „gerade wieder eskaliert“ sollte man daher besser zu Hause bleiben. Die Nähe zu einem dem Frieden und der Verständigung  verpflichtendem Gotteshaus bietet offensichtlich keinen ausreichenden Schutz.

Dann wird zurückgeschlagen…

Der türkische Außenminister Cavusoglu lobt den guten Dialog mit dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel. Er erwartet „ein viel besseres Jahr 2018, denn beide Seiten seien bereit, die Beziehungen zu normalisieren.“ (FAZ 3.01.18, S.2)

Im „alten Jahr“ wurden der Bundesregierung „Faschismus“ vorgeworfen. Deutsche Staatsbürger werden willkürlich in türkische Gefängnisse gesteckt und Bundestagsabgeordnete wurde der Besuch von deutschen Soldaten in der Türkei verweigert, so dass sich die Regierung gezwungen sah, den Stützpunkt vom NATO Partner abzuziehen und nach Jordanien zu verlagern.

Keine Kleinigkeiten also. Aber jetzt – obwohl sich an der Sachlage nichts geändert hat, und obwohl sich niemand in der türkischen Regierung für den Faschismusvorwurf entschuldigt hat, – soll alles vergessen sein. So redet jemand, der für seinen Gesprächspartner nur Verachtung übrig hat. Das ist wie auf dem Schulhof: Der Angreifer hat im Moment keine Lust auf Streit, also sagt er Sätze, die sein Opfer zuvor als Unterwerfungsgeste von sich gegeben hat: „Dialog, Freundschaft, Gesprächsbereitschaft, gegenseitiger Respekt, auf Augenhöhe…“, also genau die Floskeln, die unsere gewählten Repräsentanten unablässig in die Medienkanäle spülen. Die Islamisten in Ankara, haben verstanden wie der Hase läuft. Wenn es ihnen in den Kram passt, dann schlagen sie auf die haltungslos gewordenen Deutschen ein. Wenn sie der Meinung sind, jetzt sollte wieder Geld aus Europa fließen, dann werden einfach jene Floskeln benutzt, die heutzutage als Kernkompetenz einer erfolgreichen deutschen Politik verstanden werden.

Damit alle kapieren und damit auch dem heimischen Publikum in der Türkei deutlich wird, wer auf dem Schulhof das Sagen hat, legt Cavusoglu nach: „Wenn Deutschland sich einen Schritt auf uns zubewegt, geht die Türkei zwei Schritte auf Deutschland zu. Das ist keine Schwäche, das kommt von Herzen. Aber wenn Deutschland die Türkei bedroht, wird die Türkei zurückschlagen.“

Wir merken uns: Für die Türkei ist ein guter Dialog, wenn man vor dem Dialog mit „Zurückschlagen“ droht. In Berlin wird jetzt fieberhaft darüber nachgedacht, was die Türkei als Bedrohung auffassen könnte und es wird alles getan werden, um auch nur den Anschein eines Rückgrats zu vermeiden.

Stammesrecht an der Weinstraße

Mia ist tot. Erdolcht von einem Schutzsuchenden aus Afghanistan. War diese Tat ein Beziehungsstreit unter Teenagern oder ein Zusammenprall der Kulturen zum Nachteil von Mia und ihrer Familie?
Herr Dexheimer ist Experte. Bei Focus Online plädiert er eindeutig für das Erste https://www.focus.de/politik/deutschland/messerattacke-in-kandel-psychologe-ueber-mord-an-15-jaehriger-junge-afghanen-sind-in-gewalt-aufgewachsen_id_8138262.html.
Herr Dexheimer betreut minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan und sieht gerade bei ihnen – im Gegensatz zu manchen jungen Männern aus Schwarzafrika – Respekt und Achtung vor den deutschen Frauen. Das sei kulturbedingt, denn Frauen genössen am Hindukusch größten Respekt.
Das überrascht! In allen islamischen Ländern haben sich Frauen streng an die ihnen zugewiesenen Rollen zu halten. Afghanistan bildet keine Ausnahme, sondern ist eines der Länder, in denen Frauen am öffentlichen Leben überhaupt nicht teilnehmen. In den knapp zwei Wochen, in denen ich Mitte der 70iger in diesem Land war, kann ich mich nicht erinnern auch nur eine Frau gesehen zu haben, wenn man die Säcke, die ab und an durch die Straßen liefen, außer Acht lässt. Man konnte vermuten, dass sich hinter dem Sehgitter und dem schwarzen Überwurf eine Frau versteckt. Gesehen hat man sie nicht! Frauen sind in allen öffentlichen Belangen nicht existent. Mag sein, dass es inzwischen leichte Lockerungen gibt, aber dass Frauen Achtung genießen? Vielleicht werden Mütter, wenn sie eine halbe Schulklasse von Jungs zur Welt gebracht haben und alle häuslichen Pflichten gewissenhaft und ohne Murren erfüllen, anerkannt. Aber es ist die gleiche Anerkennung, die ein Bauer für eine Kuh aufbringt, die ordentliche Milch gibt, Kälber zuverlässig wirft und keine Arztkosten verursacht.
War also die Bluttat ein Zusammenprall der Kulturen? Ich meine ja. Freundschaften zwischen Jungen und Mädchen welche Zärtlichkeiten und sogar Sexualität mit einschließt sind in allen islamischen Ländern nicht vorgesehen. Sie gelten als todeswürdiges Vergehen daher finden sie nicht statt.
Die Ehefrau eines jungen Mannes wird von seiner Familie ausgesucht und bezahlt. Der Familie des Mädchens obliegt es streng darauf zu achten, dass das Mädchen keinerlei Gelegenheit hat, einen Jungen kennenzulernen. Junge Menschen können sich auch im Islam verlieben. Das kann zu Schwierigkeiten führen. Undenkbar ist eine sexuelle Beziehung eines Mädchens zu einem Mann außerhalb der Ehe. Sie muss als Jungfrau in die Ehe gehen. Ansonsten ist sie nicht zu verkaufen. Schlimmer noch, die Ehre der Familie ist beschmutzt, denn die Familie konnte ihr weiblichen Mitglieder nicht im Zaun halten.
Das ist – außer für Experten vom Focus – allgemein bekannt und in allen islamischen Gesellschaften selbstverständliche Regel. Außerdem ist es weniger kompliziert, als unsere Begegnung der Geschlechter: Das Mädchen hat zu gehorchen, Freundschaften gibt es nur gleichgeschlechtlich. Das Mädel wird verheiratet. Dann hat sie ihrem Mann zu gehorchen und Jungs in die Welt zu setzen. Wozu sollte sie noch gut sein? Sicherheit, Einkäufe, Entscheidungen treffen, für den Unterhalt sorgen, Verträge abschließen, die Familie nach außen hin vertreten, alles obliegt dem Mann! Wo soll hier Respekt für Frauen entstehen? Auf welchem Planeten lebt Herr Dexheimer? Will er die Pfälzer veräppeln? Will er ihnen sagen, die Paschtunen, mit die stolzesten Krieger, die dieser Planet hervorgebracht hat, seien im Grunde nichts anderes als Dornfelder schlürfende Schunkelfreunde?
Für Abdula – der 15-jährige unbegleitete Schutzsuchende – gehörte Mia ihm. Er hatte Anrecht auf das Mädchen, auch wenn die Ehe noch nicht geschlossen war. Sie hatten Zärtlichkeiten ausgetaucht. Wenn sie sich danach von ihm lossagt, hat sie das Recht auf Leben verwirkt. In seiner Heimat ist der Mord an ihr kein Delikt, das von Polizei und Staatsgewalt geahndet wird. Weshalb sollen die sich in einen Sachverhalt einmischen, der offensichtlich ist und vollkommen privater Natur? Mia hat sich unehrenhaft verhalten. Ihr gebührt der Tod. Das ist für alle einsichtig. Im besten Fall wird noch für Mias Vater ein Blutspreis ausgehandelt. Da das Mädchen sich offensichtlich nicht unter Kontrolle hatte, wird er aber gering ausfallen. Die Kuh ist auf das Nachbarfeld gerannt und wurde dort geschlachtet. Kann passieren. Gefängnis oder gesellschaftliche Ächtung ist für Abdula nicht vorgesehen.
In dieser „Geschichte“ gibt es also nur Verlierer. Abdula, der sich seinen Normen entsprechend vollkommen korrekt verhalten hat und jetzt dafür ins Gefängnis muss. Mia, die sich dem großen Gleichheitsversprechen gemäß verhalten hat und jetzt nicht mehr lebt. Die Familien der beiden jungen Menschen, die sich jetzt trösten müssen. Wobei die Familie von Abdula wahrscheinlich weitere junge Männer bereithält. Schließlich die deutsche Gesellschaft, die erneut wegen einer Bluttat mit Schutzsuchendenhintergrund verunsichert ist.
Gibt es also keinen Schuldigen? Nahm das Schicksal einfach seinen Lauf? Normalerweise gibt es Grenzen zwischen Kulturen. Diese Grenzen sind in Deutschland abgeschafft. Jeder ist willkommen. Jetzt ist es den Menschen selbst überlassen, zu schauen, wie sie mit sich und anderen kulturellen Vorstellungen zurande kommen.
Die Schuldigen? Unsere Regierung, die die Menschen, die schon länger hier wohnen den Zusammenprall zumutet. Die Medien, die solche „Experten“ wie Herr Dexheimer aufbieten und die unendliche Naivität der Deutschen.