Satya Sai Baba

Sai Baba war einer der bekanntesten indischen Gurus. Er selbst jedoch bezeichnete sich nicht als Guru, sondern als AVATAR, also als volle Inkarnation eines Gottes, sei es Jesus, Krishna, Buddha oder Mohammed – wobei Mohammed lediglich Gesandter Gottes war. Sai Baba lebte in Puttaparthi einem kleinen Dorf in Südindien. Durch großzügige Spenden konnte er einen großen Tempel, ein Planetarium, eine Klinik und eine Schule einrichten. Sai Baba wurde berühmt, weil er angeblich Dinge „materialisieren“ konnte. Ich wurde selbst Augenzeuge dieser „Wunder“. Zweimal am Tag erschien „Baba“ zum Darshan. Seine Schüler versammelten sich dazu im Hof des Tempels. Zuerst ging Baba auf die Seite der Frauen und dann zu den Männern. Häufig machte er dabei eine kreisende Bewegung mit der Hand und verteilte dann „Vibuthi“ heilige Asche. Vibhuthi | Sri Sathya Sai International Organization

Die Asche roch und schmeckte wie verbrannte Räucherstäbchen. Vermutlich war sie es auch, was die Anhänger aber nicht daran hinderte, die Asche zu essen oder an Freunde und Kranke zu verschenken. Neben den Wundern kam Baba auch ins Gespräch, weil ihm sexueller Missbrauch an Jungs vorgeworfen wurde. Manchmal gewährte er ausgewählten Anhängern ein „Interview“, das als Gruppe von ca. 25 Anhängern in einer kleinen Kammer in seinem Tempel stattfand. Ich war Mitte der 80iger Jahre in Puttaparthi und habe ein „Interview“ mit Baba gewährt bekommen.

Damals hat er mich zur Seite genommen, ich musste über das Gespräch schweigen aus Gründen, die man gleich erkennen wird. Er sagte, ich wäre der Einzige in der „Interviewgruppe“ der keine devote Haltung gezeigt hätte. Zu Tausenden kämen die Menschen aus den Westen und himmeln ihn an. Er habe das so satt. Er sei ein kleiner Gaukler gewesen, der über die Dörfer gezogen ist und seine billigen Nummern gemacht habe. Aber dann ist ein Clan auf ihn aufmerksam geworden und sie haben ihm gesagt, dass er dieses „Guru-Ding“ für sie machen soll. Er wollte nicht, aber sie haben schon alles über seine Familie gewusst und er wusste sehr gut , was das bedeutet. Schließlich hat er eingewilligt und es ödet ihn an. Vor allem die Menschen aus dem Westen. Die würden ihm noch den „Ars…“ abwischen. Vollkommen vernagelt. Allein dieser Raum, wo er seine „Interviews“ gibt. 20 Quadratmeter. Ein Ventilator zerteilt die schwüle Luft. Klar, die Jungs bekämen Angst und lassen alles mit sich machen. Er versteht sie, er war genau wie sie. Aber die aus dem Westen! Dann spuckte er aus.

Er war schwer zu verstehen. Er sprach das Englisch eines Menschen, der über die Märkte tingelt. Ich habe noch gefragt, ob ich seine Geschichte nicht publik machen soll, aber er hatte Angst und Sorge um seine Famlie. Ich sagte, die Menschen im Westen müssten das doch erfahren. Er sagte, die interessieren sich doch nur für sich selbst. Er hatte ja diese hohe Fistelstimme eines Eunuchen. Er hob die Hand und zeigte drei Finger. „Wenn ich sage, das sind fünf Finger, dann sagen sie „Och yes, beloved Baba, there are 5 Fingers!“ Sein merkwürdiges verbittertes Lachen habe ich heute noch im Ohr: „Yes, yes, 5 Finger!“ Unser Gespräch war zu Ende. Wir gaben uns die Hand und verneigten uns. Am nächsten Morgen verließ ich Puttaparthi.

Sai Baba ist am 24. April 2011 in seinem Tempel verstorben.

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