IBZ bietet Nationales

Leserbrief zu einem Artikel in der Tageszeitung mit der Überschrift: Hilfsbereitschaft bis heute nicht abgeebt.

Der Leserbrief wurde nicht zum Abdruck freigegeben.

Da ich einige Länder aus eigener Anschauung kenne, aus denen die Menschen stammen, die bei uns gemeinhin als Geflüchtete bezeichnet werden, war ich erfreut zu lesen, „dass Karlsruhe durch den Zuzug vieler Menschen nicht unsicherer geworden ist“. Diese Aussage steht an prominenter Stelle in einem Bericht über die Arbeit des Internationalen Begegnungszentrums – IBZ – in Karlsruhe. In den Herkunftsländern der „Geflüchteten“ hatte ich den Eindruck, dass das dortige Wertesystem sich stark vom Lifestyle in den westlichen Industriestaaten unterscheidet und dieser Lifestyle vehement verachtet wird. Es war daher eine angenehme Überraschung zu lesen, dass „seit 2015 die Anzahl von tatverdächtigen Flüchtlingen und Asylbewerbern kontinuierlich rückläufig ist.“

Leider stimmen die Angaben des IBZ nicht mit den Daten überein, die das Bundeskriminalamt im Internet zugänglich macht. (kernaussagenZuKriminalitaetImKontextVonZuwanderung2020.pdf) Danach wurden im ersten Quartal dieses Jahres 63 848 Fälle registriert, „in denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger beteiligt war.“ (710 Fälle am Tag). Diese Zahl liegt laut der BKA-Statistik, um 3,2% über dem Niveau des Vorjahres. Dabei handelt es sich nicht überwiegend, wie vom IBZ behauptet, um Verstöße gegen das Ausländerrecht. Allein „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“ werden mit 13 099 Fällen im ersten Quartal beziffert.
Im BNN Artikel heißt es weiterhin: „Für Probleme sorgen seither (seit 2015) nach Einschätzung der Polizei lediglich wenige kriminelle Mehrfachtäter.“ Werde ich selbst Opfer einer Straftat ist es mir persönlich unwichtig, ob es sich um einen Neu- und Ersttäter oder „lediglich um einen kriminellen Mehrfachtäter“ handelt. Ich fühle mich in meinem persönlichen Sein aufs tiefste verstört. („Mehrfachtäterinnen“ zieht die Polizeibehörde anscheinend nicht in Betracht).

Einer Qualitätszeitung wie der BNN stünde es gut zu Gesicht, wenn sie die Angaben eines Interessenverbandes (hier dem IBZ) eine eigene Recherche gegenüberstellt und dies nicht einem privaten Leser überlässt. Zumal in diesen Zeiten, in denen man sich mit der Anschuldigung „Rassist – Nazi“ schneller kontaminiert als mit einem Virus auf einer Hüttenparty in Ischgl.

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