Für alle Opfer: Es gibt einen neuen Tätertypus.

Was offene Grenzen alles bewirken! Ein Mann geht in den Supermarkt, kauft ein Toastbrot, steigt in den Bus, als der losfahren will, drängt er sich nochmals nach draußen. Geht erneut in den Laden, nimmt sich ein Messer aus dem Regal und ersticht den Nächstbesten, der neben ihm steht. Dann geht er auf andere Kunden los und verletzt sechs weitere Personen zum Teil schwer.
Nun kann man sagen, Messerstechereien gab es doch schon immer. In letzter Zeit auffällig viele, aber das liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit an der allgemeinen Verrohung, die durch das Internet und Hatespeech überall Verbreitung findet – jedenfalls verbietet es sich, genauer nach der Tätergruppe zu fragen, denn dann wäre es vermutlich wiederum Hatespeech.  Das Besondere an diesem Fall: es war keine Beziehungstat und es war kein Streit vorausgegangen. Jedenfalls kein Streit, von dem die Kunden im Edeka irgendeine Notiz genommen hätten, da er sich 3500 km entfernt ereignete. Kunden – wie du und ich, die den jungen Mann bei sich aufgenommen haben, mit allem versorgt haben, was er zum Leben braucht, – nicht alle ganz freiwillig, – aber auf Geheiß der gewählten Regierung.
Ahmad A. war laut FAZ (12.1.18) kein Gefährder. Jedenfalls nicht durchgängig. Zwischendrin trank er Alkohol und rauchte Haschisch. Dann wieder bekannte er sich vor Zeugen zum IS. Die Bürger sind nach Erkenntnis des Hamburger Verfassungsschutzes, besonders schwer zu schützen, denn die Motivlage des Mannes, – Palästinenser 26 Jahre, – sei eben nicht eindeutig: „Er könnte traumatisiert sein, tatsächliche oder gefühlte Diskriminierungen erfahren haben. Und solche Täter können dann die Religion zur Rechtfertigung ihrer Taten instrumentalisieren,“ diagnostiziert Torsten Voß Präsident des Hamburger Verfassungsschutzes. Ja, könnte sein, jedenfalls wenn es sich um die richtige Religion handelt und man erfährt, dass der Mörder direkt vor seiner Tat aus einem Gotteshaus spaziert ist.
Es ist Freitag der 28. Juli 2017. Die Moschee im Hamburger Stadtteil Barmbek ist wie jeden Freitag voll. Der Imam – Ahmed Mohammed – erklärt der FAZ, dass er „den Gläubigen immer wieder sagt, dass Muslime und Christen in Frieden leben sollten.“ Er hat Schwierigkeiten das auf Deutsch auszudrücken, weil er ja die Predigt sowieso nicht in dieser Sprache hält und offensichtlich nicht viel mit den Menschen spricht, mit denen in Frieden zusammengelebt werden soll.
„Er hatte,“ weiß die FAZ, „an diesem Freitag auch über den Tempelberg in Jerusalem gesprochen, der Konflikt war gerade wieder eskaliert. Der Zugang zur Al-Aqsa-Moschee war beschränkt worden. Natürlich habe er in seiner Predigt nicht zur Gewalt aufgerufen, sagt der Imam.“
Dann ist ja alles gut. Aber worüber hat er dann gesprochen? Immerhin gab es Aufstände in Palästina. Die wahrhaft Gläubigen, empfanden die Zugangsbeschränkung als Zumutung. Hat Ahmed Mohammed in seiner Predigt um Verständnis für die Israelis geworben? Sich für Frieden mit den Juden eingesetzt? Es gibt keine Aufzeichnung der Rede.

Anfang 2015 war die Moschee, schon einmal aufgefallen. „Da warnte der Verfassungsschutz vor einem salafistischen Prediger, der Koran Unterricht gegeben hatte. Schüler dieses Predigers seien in den Dschihad gezogen. Der Moscheeverein zeigte sich überrascht. Von dem Prediger trennte man sich.“ Ein Prediger, der nicht predigt, sondern im stillen Kämmerlein, mit lernwilligen Schülern die Friedensbotschaft des Korans studiert? Danach ziehen die Schüler in den „Dschihad“, sie werden zu Mördern, Vergewaltigern, Kopfabschneidern, zu Killern in Namen Allahs. Gut –  sie verrichten ihr Tötungswerk in Syrien und im Irak, das geht uns nichts an. Aber bei Edeka um die Ecke! So war das nicht gedacht! Welch unangenehme Überraschung für den Moscheeverein! Das hatten die gar nicht mitbekommen, sonst hätte die Moschee bestimmt etwas gegen den Prediger unternommen.  Anscheinend ist auch kein Schüler zum Verein gegangen, um dort mitzuteilen, dass im Koranunterricht Dinge gepredigt werden, die nichts mit der Friedensbotschaft Mohammeds zu tun haben! So musste der Verfassungsschutz vorstellig werden.
Ist es wichtig zu wissen weshalb „der Konflikt in Israel gerade wieder eskaliert war“? Der Leser der FAZ jedenfalls erfährt in dem Zeitungsartikel nichts davon: Muslime hatten anstatt zu beten, Waffen auf den Tempelberg geschmuggelt und zwei israelische Polizisten hingerichtet. Der Aufstand entzündete sich nicht daran, dass Anhänger Mohammeds einer der wichtigsten Orte ihres Glaubens mit Heimtücke und Blut tränkten, sondern dass die israelische Regierung den Zugang zur Moschee für zwei Tage beschränkte, um die Sicherheitslage zu überprüfen.
Zurück in Hamburg. Der Mörder hätte sich nach Rechtslage nicht mehr in Deutschland aufhalten dürfen. Sein Asylantrag war abgelehnt worden. Das spricht gegen die These vom neuen Tätertypus. Das ist Alltag in der Merkelkratie.

Ob die Diagnose des Verfassungsschutzes stimmt, dass es einen neuen Tätertypus gibt kann man daher nicht unbedingt zustimmen. Vielleicht gibt es einen neuen Opfertypus? Kunden beim Einkaufen, die abgeschlachtet werden, weil eine bestimmte Religion in den Augen ihrer Anhänger gerade beleidigt worden ist. Will man nicht zum neuen Opfertypus gehören und der Konflikt in Israel oder sonstwo in der islamischen Welt „gerade wieder eskaliert“ sollte man daher besser zu Hause bleiben. Die Nähe zu einem dem Frieden und der Verständigung  verpflichtendem Gotteshaus bietet offensichtlich keinen ausreichenden Schutz.

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