Sherwood Forest

In der Bücherei. Während ich mir das Angebot an CDs angucke, verfolge ich mit halben Ohr, die Neuanmeldung einer Dame mit afrikanischem Hintergrund. Sie spricht kein Deutsch. Die Büchereiangestellte ist die Freundlichkeit in Person. Die Szene lässt mich an einen Eincheckvorgang in ein 5 Sterne Hotel denken. Die Neudeutsche und Neukundin ist sich bei manchen Angaben nicht ganz sicher. Alles wird mit einem Lächeln übergangen. Irgendwie bin ich gebannt von der Szene. Die Dame aus Afrika ist jung, vorteilhaft gekleidet, irgendwelche Blessuren, die sie von den Kämpfen in ihrer Heimat davongetragen haben könnte, sind nicht zu sehen.

 
Nachdem der Anmeldevorgang abgeschlossen ist, und sich die Neukundin entfernt hat, frage ich die Angestellte, ob die Dame aus Afrika auch die Mitgliedsgebühr entrichten muss. „Nein, Jugendliche und Menschen ohne Erwerbstätigkeit sind von der Gebühr befreit!“ „Das heißt“, stelle ich fest, „dass ich doppelt bezahle. Einmal durch meine Steuergelder, die das alles hier überhaupt möglich macht, und aus der anderen Hosentasche wird mir noch der Jahresbeitrag herausgeholt!“ Ein Mann fühlt sich aufgerufen der Bibliothekarin zur Seite zu springen: „Hören sie doch auf, mit dem rechten Gelaber! Seien Sie doch froh, dass Sie arbeiten dürfen!“ Ich: „Nein, ich bin nicht froh, ich stehe morgens früh auf und komme abends müde nach Hause! Und ich werde doppelt zur Kasse gebeten.“ Die Bibliothekarin: „Die Frau soll integriert werden. Dazu ist es doch gut, wenn sie Bücher ausleihen kann um Deutsch zu lernen!“ Ich: „Mag sein, aber dafür gibt es doch Integrationskurse, die ich ja auch bezahle, ohne dass mich jemand gefragt hätte, ob ich diese Menschen überhaupt hier haben will!“ Der Mann: „Seien sie doch froh, dass es ihnen so gut geht. Es ist doch schön, wenn wir den Menschen helfen können.“ „Ich helfe Menschen gerne, aber ich will entscheiden, wem ich helfen will und zwar Menschen, denen ich vertraue. Ich kann es noch akzeptieren, dass ich Mitbürger in meinem Land helfe, ohne gefragt zu werden. Aber, ich werde gezwungen allen Menschen zu helfen, die es über die Grenze nach Deutschland schaffen.“ Mann: „Die Menschen kommen doch nicht ohne Not zu uns!“ Ich: „Aber wer definiert das? Die Fremden, die ich sehe, sind nahezu alle jung, sehr gut gekleidet, haben ein lässiges Auftreten, und beschäftigen sich überwiegend mit ihrem Smartphone, während sie vormittags durch unsere Stadt schlendern!“ Wahrscheinlich, will er jetzt nicht wieder „rechtes Gelaber“ sagen, daher wechselt er das Thema: Wenn ich mir die Bücher einzeln kaufen müsste, dann wäre das doch viel teurer, als den Jahresbeitrag, den ich bezahlen muss.
„Aber ich zahle ja nicht nur den Jahresbeitrag, sondern durch meine Steuern auch die ganze Bücherei. Und wenn ich das alles nicht zahlen müsste, hätte ich Geld mir die Bücher zu kaufen, die ich wirklich haben will. Aber so bin ich drauf angewiesen, was die Stadt auswählt. Außerdem zahlen die Steuern alle! Ich kenne viele Menschen, die viel weniger verdienen als ich, die abends zu müde sind, um noch Bücher zu lesen. Die würden sich freuen, sie würden mehr verdienen, dann könnten sie Arbeitsstunden reduzieren, und hätten vielleicht mehr Zeit. Aber auch die müssen den Mitgliedsbeitrag bezahlen, ohne je ein Buch zu leihen. Während Menschen, die noch nie in ihrem Leben einen Cent in die Kassen der Allgemeinheit einbezahlt haben, und von denen wir lediglich hoffen, dass sie es zukünftig einmal tun, kriegen alles umsonst hingeworfen.“
Damit bin dann abgezogen. Beim Gehen hörte ich noch, wie die Büchereiangestellte sich bei dem Mann bedankte, dass er sie so gut unterstützt hat.

 
Inzwischen hat sich ganz Deutschland in Sherwood Forest verwandelt! Nehmt es den Reichen und stopft es den Armen in die Taschen! Was gibt es Schöneres als sozial zu sein, und die anderen dafür bluten lassen! Aber keiner fragt, ob der „Reiche“ wirklich so reich ist Oft sind es Leute die den ganzen Tag arbeiten und grad so viel verdienen, um über die Runden zu kommen. Und durch Merkels großherzige Einladung an die Jugend der Welt, ist vollkommen unklar, ob die Hinzugekommen tatsächlich arm sind. Die Afrikanerin hat auf mich keinen armen Eindruck gemacht. Verhalten und Kleidung ließen eher auf obere Mittelschicht schließen. Es genügt Ausländer in Deutschland zu sein. Die Leistungen fließen. Solange die Deutschen alles mitmachen, solange sie sich voller Stolz im Spiegel betrachten, und sich als Robin Hood fühlen, solange dürfen die Hinzugekommenen auch erwarten, dass man sie für diese wohlige Gefühlt ordentlich freihält.

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