Kultur im ZDF: Aspektesendung am 15. September

Wenn man so etwas eine Weile nicht mehr gesehen hat, dann ist es als würde man gegen einen LKW laufen. Die Sendung „Aspekte“ firmiert im ZDF unter der Rubrik „Kultur“. Man erfährt beim Schauen nebenbei, dass die Amerikaner sich laufend für ihren Präsidenten entschuldigen. „Hier ist ihr Mietwagen und sorry für Mr. Trump!“ – so der junge Moderator, im Bulldogge T-Shirt unterm lässig schwarzen Sakko.
Anlass für diese politisch-korrekte Info: Das ZDF war für uns in Montana – mit Mietauto – um über das „Tippet Rise Art Center“ zu berichten. Wenn man gerade zufällig in Montana ist, kann man sich das vielleicht kurz mal anschauen, aber als eigenständiger Bericht bleibt man etwas ratlos zurück. Irgendwelche „Objekte“ in der Prärie versteckt. Hauptsache das ZDF hat etwas GEZ Geld verbraten – wohin kann man sonst noch reisen?
Istanbul zum Beispiel. Mäßig interessant ein Bericht über die 15. Istanbul Bienale. Während sie von Kunst berichten, und dass es jetzt alles schwierig ist wegen dem Erdogan, und dass die Konservativen in der Türkei meinen, „dass die Deutschen keine guten Nachbarn mehr seien“,  (wäre mir neu, dass wir gemeinsame Grenzen mit der Türkei haben) schwenkt die Kamera unvermittelt auf zwei einfach gekleidete Türken, die irgendwo im Teehaus am Tisch sitzen – sie haben wahrscheinlich in ihrem Leben nie das Wort Bienale gehört. Mit Feuerzeug in der Hand und gerecktem Zeigefinger klärt uns einer der beiden auf (Min. 34.41): „Diese Feindschaft gegen Müselman und den Islam, die uns entgegenschlägt, das ist ein Spiel mit dem Feuer. Das begreifen die Politiker bei euch noch nicht.“ Ok – ganz Montana entschuldigt sich unablässig für den gewählten Präsidenten und Türken warnen uns vor einer Feindschaft mit dem Islam. Der Satz bleibt unkommentiert, der Beitrag macht einfach weiter mit Bienale-Kunst. Ich habe den Verdacht, dass die Aspekte Redaktion, die Weltsicht der beiden Türken teilt!
Aber von was redet der Mann? Welche Feindschaft schlägt ihm entgegen? Er sieht nicht so aus, als würde er sich permanent in Europa aufhalten. Ihm hat man diese Einsicht offenbar medial vermittelt. Was erwartet er? Welche roten Teppiche soll man seiner Glaubensrichtung noch ausrollen? Auf die Idee sich im Namen seines Glaubens zu entschuldigen für die Toten, die Verletzten, die Verstümmelten, die zerstörten Familien, die toten Kinder beim Rockkonzert, die permanente Angst vor nächsten Anschlägen, die im Namen seines Glaubens begangen werden– auf diese Idee kommt er nicht. Anschläge exakt in jenen Teilen Europas, die so naiv waren, Millionen von Anhängern seines Glaubens großherzig aufzunehmen.
Den Islam zu kritisieren, das Verhalten seiner Anhänger anzuprangern, das darf man auch dann nicht, wenn sich dieser Glaube inzwischen als tödliche Bedrohung für Europa und seine Errungenschaften erweist! Das ist „Spiel mit dem Feuer„.  Der Islam ist perfekt, er kommt direkt vom Gott, er bedeutet Friede! Das ist die feste Überzeugung von ca. 1,6 Milliarden Menschen auf diesem Planeten.

 

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