Von Ungarn nach Bosnien

Südlich vom Balaton. Lange Straßendörfer dazwischen viel Wald und Felder. In den Dörfern wirkt nur jedes fünfte Haus bewohnt. Viele wirkt vernachlässigt und runtergekommen. Die Straßen sind schmal und notdürftig geflickt.

Über die Save geht es nach Bosnien. Stacheldraht und relativ strenge Kontrolle. Auf kroatischer Seite sind die Straßen besser auch die Dörfer wirken etwas lebendiger. Zur Grenze nach Bosnien sieht man an vielen Häusern die Einschusslöcher. So lange Zeit nach dem Krieg sind sie noch nicht verputzt.  Nach ca. 2 Stunden Grenzübergang nach Bosnien. In der Gegenrichtung eine lange Schlange vor der Grenzkontrolle.

Viel Autoverkehr in Bosnien. Es fängt an zu regnen. Der Himmel war schon seit der Abfahrt vom Balaton bedeckt. Jetzt schüttet es. Durch Banja Lanka hindurch und an einem Fluss liegt mein Hotel. Das Mädchen an der Rezeption ist freundlich. Ich habe ein riesiges Appartement. Zum Abendessen zu Fuß ca. 1,5 km in ein kleines Restaurant durch den Regen.

Gleich nach der Grenze sah ich das erste Minarett. Die Schilder sind teilweise kyrillisch, teilweise in lateinischen Buchstaben. Man weiß es, aber dennoch ist deutlich, wie die europäischen, russischen und osmanischen Großräume hier Wurzeln geschlagen haben. Der Vorposten, die kulturellen Absonderungen, vielleicht auch der geographischen Räume. Denn teilweise wirkt die Vegetation und das Landschaftsbild mitteleuropäisch, dann wieder russisch, durch die wenig kleinteilige Landschaft und hier in Bosnien, durch die engen Täler mit den wilden Flüssen ein Vorbeginn des kargen, rauen, Anatoliens.

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Landschaft in Bosnien

Fast hätte ich es überhört. Der Ruf zum Abendgebet war kaum zu hören, obwohl ich direkt an der Moschee vorbei zum Hotel zurückging. Während weiter im Osten der Ruf fordernd über Berge, Straßenschluchten und Ebenen schallt, oft in den Städten sich überbietend und überschlagend aus den vielen Minaretten, wird hier auf Zimmerlautstärke gedimmt. Ich sah keine Beter zur Moschee eilen. Ich ging zum Eingang. Dort lagen 4 Paar Schuhe. Nach dem ich meine ausgezogen hatte, war es tatsächlich 4 Männer, die das Abendgebet verrichteten. Keine Turnschuhteenager, wie ich sie noch von der großen Moschee in Ankara in Erinnerung habe. Kein 14jähriger, der atemlos herbeistürzt, wie in Konya, damit er das Gebet nicht versäumt.

Männer im gesetzten Alter Das Gebet im ruhigen Ernst gesprochen. Das Licht im Vorraum, wo man die Schuhe abstreift, reagierte auf Lichtschranke. Im Innenraum war es warm und gemütlich.

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