Ein Rechtspopulist bei uns!

Leserbrief an die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). Der Brief wurde abgedruckt. Bei dem Redner auf dem Marktplatz handelt es sich um Herrn Michael Stürzenberger.

Am Nachmittag des 16. Oktober versammeln sich in unserer Kleinstadt ca. 100 Menschen mit bunten Regenschirmen die „klare Kante zeigen wollen“. Der Grund, ein Mann steht auf dem Marktplatz, der bundesweit vor den Gefahren einer bestimmten Religion warnen will. Die BNN bezeichnet diesen Mann in der Überschrift als Rechtspopolisten. Ein „Bündnis für Menschlichkeit“ möchte ihm gegenüber Weltoffenheit und Toleranz beweisen und demonstriert gegen die Veranstaltung auf dem Markplatz. Auch die Oberbürgermeisterin hat sich diesem Bündnis angeschlossen.
Zum exakt gleichen Zeitpunkt wird in Paris ein Lehrer auf offener Straße niedergestochen und ihm anschließend mit einem 35 cm langen Messer der Kopf vom Rumpf getrennt. Bei der Durchführung der Tat ruft der Täter mehrmals den Namen seines Gottes: Allahu akbar! Der Lehrer hatte im Unterricht Zeichnungen gezeigt, die den Verkündiger Allahs – er lebte vor 1400 Jahren – in einem ungünstigen Licht porträtieren.
Wenige Tage zuvor waren ebenfalls in Paris zwei Journalistinnen mit einem Hackbeil niedergestochen worden. Sie hielten sich vor der früheren Redaktion des Satireblattes Charly Hebdo auf. Der 18-jährige Täter brachte die Journalistinnen offensichtlich mit dem Blatt in Verbindung. Charly Hebdo hatte im Jahr 2015 eben jene Karikaturen veröffentlicht, (bei dem darauf folgenden Anschlag wird fast die gesamte Redaktion ausgelöscht – 12 Tote), die der Lehrer in seinem Unterricht als Arbeitsmittel verwendet hatte. Die Reihe lässt sich fortsetzen mit dem Messerattentat in Dresden – ein Toter, ein Schwerverletzter – der Täter fühlte sich anscheinend durch das Gebaren der Opfer (Homosexuelle) beleidigt. Nun vor kurzem in Nizza drei Tote (davon eine Enthauptung) in einer christlichen Kirche. Die Täter eint zweierlei: sie sind als Schutzsuchende nach Europa gekommen und sie sind glühende Anhänger jener Religion, vor der uns der Mann auf dem Bruchsaler Markplatz warnen wollte.

In der S-Bahn

Gestern wieder mal mit der S-Bahn gefahren. Deutsch ist mitunter eine Fremdsprache geworden. Aber es gibt noch Fahrscheinkontrolleure. Ein junger Mann mit internationalen schwarzafrikanischen Wurzeln hat offensichtlich keinen gültigen Beförderungsnachweis dabei. Die drei Kontrolleure debattieren noch mit ihm, als sie schon längst auf den Bahnsteig stehen.

Aus zwei Sitzreihen hinter mir, höre ich zwei Mädchenstimmen. Ich höre nur einzelne Wörter, aber ich erkenne, es geht um den Islam. Offensichtlich eine anstehende Klassenarbeit. Die Lehrkraft möchte ganz schön viel wissen. Einrichtung der Moschee innen und außen, zu was man eine Moschee nutzen kann, und natürlich die Grundlangen des Islam.

Im Grunde so denke ich mir, unterscheidet sich der Islam nicht allzu sehr von anderen Religionen, Beten, Pilgern, Almosengeben, das gibt es auch in den anderen Weltreligionen. Was unterscheidet also den Islam? Es sind diese 5 Säulen, die den Islam zu einer überaus erfolgreichen Weltanschauung gemacht haben.

  1. Bekenne: ALLAH ist größer
  2. Töte: Jeden, der dies anzweifelt
  3. Nimm: seine Frau ist jetzt deine
  4. Wenns schief geht, gibt es 72 unberührte Frauen
  5. Verlieren: ist nicht möglich, denn siehe ALLAH ist barmherzig. Daher geh auf die Knie und dann zu 1.   

Weil wir Sklaven waren

Aus einem Artikel in der Zeitung habe ich über einen Namensstreit erfahren.

Dazu habe ich den Leserbrief geschrieben:

In Ettlingen gibt es Streit um den Namen einer Straße. Die Ursache: die „Mohrenstraße“ habe ihren Namen in der Zeit des deutschen Kolonialismus erhalten. Der Name „Mohr“ geht auf „Maure“ zurück, die muslimischen Bewohner der nordafrikanischen Küste. In den ca. 30 Jahren deutscher Kolonialgeschichte in Afrika sehen die Mitglieder eines „Bündnisses gegen Rassismus und Neonazis“, eine Zeit in der Deutsche die Auffassung hatten: „minderwertige Rassen zu unterjochen und gegebenenfalls auszurotten.“ Und Reinhard Schrieber von den Grünen meint, „es seien ja während der Kolonialzeit in Sachen Sklaverei richtig schlimme Dinge geschehen.“

Das Gegenteil ist eher wahr. Die Sklaverei, die seit den arabischen Eroberungen (ab 700) in ganz Schwarzafrika verbreitet war, wurde von der deutschen Kolonialverwaltung (wie auch von den meisten anderen Kolonialmächten) rigoros bekämpft und abgeschafft (beginnend 1830). Damit verbunden war z.B. das Auftauchen bisher unbekannter Völkerschaften, die vor den unablässigen Sklavenjagden der herrschenden Stämme tief in den Urwald geflohen waren.

Dennoch bin ich gemeinsam mit dem „Bündnis gegen Rassismus und Neonazis“ der Meinung, dass es keine „Mohrenstraße“ mehr geben sollte, wie es etwa in Polen oder der Ukraine keine „Arierstraße“ geben dürfte. In den Jahren 1530 bis 1820 fielen die Mauren unentwegt in die europäischen Küstenländer ein um zu morden, zu brandschatzen, in allererster Linie aber, um Sklaven als Beute nach Nordafrika zu verschleppen. Das „weiße Gold“ war auf den Sklavenmärkten von Marokko, Algier, Tunis und Tripolis überaus begehrt. Die weißen Sklaven wurden gequält und mussten bis zur Erschöpfung arbeiten, die meisten starben unter der unablässigen Knute der schwarzen Aufseher. Weiße Sklavinnen verschwanden für immer in den Harems der Mauren. Die Forschung beziffert den Umfang der Versklavungen bis hinauf nach Island mit 1,25 Millionen Menschen (ohne die Hingemordeten bei den Überfällen). Die Lösegeldzahlungen, die an die „Barbareskenstaaten“ flossen summierten sich allein für die neu gegründeten Vereinigen Staaten bis zu einem Fünftel des gesamten Staatshaushaltes! Der Grund für die bestialischen Sklavenhetzen in Europa sowie auf US-Handelsschiffe war der immense Gewinn und die Übereinkunft der islamischen Rechtsschulen, dass Ungläubige als minderwertig und daher als natürliches Sklavenreservoir anzusehen sind. Daher sollte es keine Mohren/Maurenstraße geben. Weil wir Sklaven waren.

Erdogan möchte einen Kanal

WELT online: Der türkische Präsident plant einen Kanal durch Istanbul. Mit diesem zweiten, künstlichen Bosporus könnte Erdogan einen Vertrag umgehen, der seit über 80 Jahren das militärische Gleichgewicht im Schwarzen Meer regelt.

Ob dieser Kanal tatsächlich großen militärischen Nutzen bringt scheint mir zweifelhaft. Auch wirtschaftlich scheint der Nutzen gering.

Nach meinem Eindruck ist der Durchgangsschiffsverkehr auf dem Bosporus eher mäßig. Wirtschaftlich macht das Projekt vermutlich daher nicht viel Sinn. Es werden aber Arbeitsplätze geschaffen. Istanbul – derzeit für die AKP verloren – wird sich dankbar an Erdogan erinnern und die nächste Wahl geht wieder an seine Partei.

Das scheint mir aber nur ein Grund für das riesige Bauvorhaben. Der andere Gund ist ein Historischer. Jeder Türke weiß, was mit der Idee verbunden ist: „Schiffe über den Berg zu tragen“. Mehmet II Fatih hat auf diese Weise Konstantinopel erobert. Der „Goldene Apfel“ ging endlich – nach 21 erfolglosen Versuchen – an die Osmanen. Schon Mohammed, der Gesandte Gottes, hatte davon geträumt die glorreiche Stadt unter dem Banner Allahs zu sehen.

Vor einem Jahr wurde die größte Moschee der Türkei in Istanbul eröffnet. Die Minarette recken sich 107,1 m in den Himmel. Dieses Baudetail hatte Erdogans Gefallen gefunden. 1071 schlugen die nomadischen Reiterstämme – die Ahnen der Türken – die byzantinische Armee in Ostanatolien bei Manzikert. Kleinasien stand offen. Der Islam konnte einziehen. Erneut – so die Botschaft – wird der goldene Apfel fallen. Einst Manzikert, dann Konstantinopel, schließlich Kerneuropa. Europa ist in den Augen Erdogans und vieler seiner Mitbürger überreif. Wie einst vor dem Fall der Mauern das 1000 jährige Konstantinopel: reich, träge, moralisch verkommen – von Memmen und Weibern geführt.

Eine Frage und keine Antwort

Verleihung der Ehrendoktorwürde an Frau Dr. Merkel.

Uni Bern, 3. Sept. 2015

ab Minute 47

Eine Teilnehmerin stellt Frau Merkel am Ende des Gesprächs die Frage:
„Sie haben gesagt, dass wir eine Verantwortung für diese Flüchtlinge haben.
Eine der Verantwortungen ist es aber auch uns hier in Europa zu schützen.
Es kommen jetzt noch mehr Leute mit islamischem Hintergrund.
Das bedeutet auch eine große Angst in Europa vor Islamisierung, die immer mehr stattfindet.
Wie wollen sie uns in Europa und unsere Kultur schützen?

Frau Merkel antwortet:

1. Der islamistische Terror sind Erscheinungen, die wir ganz stark in Syrien haben, im Irak haben, aber dazu hat die EU eine Vielzahl von Kämpfern beigetragen. Wir können also nicht sagen, damit haben wir nichts zu tun, denn das sind ja Menschen, die in Europa aufgewachsen sind, wo wir auch unseren Beitrag leisten.

2. Angst war noch nie ein guter Ratgeber, im persönlichen Leben nicht und im gesellschaftlichen Leben nicht. Kulturen und Gesellschaften, die von Angst geprägt sind, werden mit Sicherheit die Zukunft nicht meistern.

3. Wir haben diese Debatte auch, dass wir sehr viele Muslime in Deutschland haben. Wir haben die Debatte darüber, ob der Islam zu Deutschland gehört. Wenn man 4 Millionen Muslime hab braucht man, finde ich, nicht darüber zu streiten, ob jetzt die Muslime zu Deutschland gehören und der Islam nicht oder, oder ob der Islam auch zu Deutschland gehört. und da gibt es auch diese Sorgen. Wir haben doch alle Chancen und alle Freiheiten uns zu unserer Religion, sofern wir an sie glauben und sie ausüben, zu bekennen. Und wenn ich etwas vermisse, dann ist es nicht, dass ich jemand vorwerfe, dass er sich zu seinem muslimischen Glauben bekennt, dann haben wir doch auch den Mut zu sagen, dass wir Christen sind, dann haben wir doch den Mut zu sagen, dass wir da in einen Dialog eintreten. Dann haben wir doch dann auch bitteschön die Tradition mal wieder in den Gottesdienst zu gehen oder ein bisschen bibelfest zu sein und vielleicht auch mal ein Bild in der Kirche erklären zu können und wenn sie mal Aufsätze in Deutschland schreiben lassen, was Pfingsten bedeutet, dann würd ich mal sagen,  ist die Kenntnis über das christliche Abendland nicht so weit her. Und sich dann anschließend zu beklagen, dass sich Muslime im Koran besser auskennen, das find ich irgendwie komisch.

Und vielleicht kann uns diese Debatte auch mal wieder dazu führen, dass wir uns mit unseren eigenen Wurzeln befassen und ein bisschen mehr Kenntnis darüber haben. Und insofern finde ich diese Debatte sehr defensiv. Gegen terroristische Gefahren muss man sich wappnen und ansonsten ist die europäische Geschichte so reich an so dramatischen und gruseligen Auseinandersetzungen, dass wir sehr vorsichtig sein sollten uns sofort zu beklagen, wenn woanders was Schlimmes passiert. Wir müssen angehen dagegen, wir müssen versuchen das zu bekämpfen.

4. Aber wir haben nun überhaupt keinen Grund auch zu größerem Hochmut muss ich sagen. Das sage ich jetzt als deutsche Bundeskanzlerin.

Anmerkungen

Zu 1: Zunächst nennt Merkel die Sache beim Namen: „islamistischer Terror“. „Wir“ „haben“ diesen Terror (in Nahost). Klingt so als hätten wir wie einen Schnupfen oder einen verregneten Sommer. Dennoch sind wir daran beteiligt und zwar aktiv: „wir in Europa leisten in Form von Kämpfern unseren Beitrag“. Dass sich die Kämpfer in Europa in staatlich geförderten Moscheen mit der Ideologie des Terrors infiziert haben, dass diese Ideologie eng mit einer Weltreligion verbunden ist, verschwindet nach zwei Merkelsätzen im Sprachnebel.

Zu 2: Merkel stellt die Diagnose: „Angst ist“ (man müsste hinzusetzen in manchen Situationen) „schädlich“. Angst ist ein Gefühl. Daher kann „Angst“ auch kein „Ratgeber“ sein. Sie drückt damit die Fragestellerin ein wenig ins Abseits: Sie nämlich lässt sich von Gefühlen leiten. Alle die so fühlen „werden mit Sicherheit die Zukunft nicht meistern.“ Eine bizarre Diagnose die sie möglichst weitläufig in „Kulturen und Gesellschaften“ verortet. Widerworte haben ab jetzt das Stigma: „nicht zukunftsfähig“.

Zu 3: Nun hat Merkel freie Bahn und gestaltet das Thema nach ihrem Gusto: mangelnde Kulturkenntnis der Deutschen. Hier kann sie frei sinnieren und bewegt sich auf sicherem Gleis: „lasst uns doch wieder mal in den Gottesdienst gehen, könnt ihr überhaupt ein Bild in der Kirche erklären, was ist Pfingsten“. Die abgetrennten Köpfe, die Versklavungen, die Attentate… weit, weit weg. Es fehlt wenig und die Studenten nehmen sich an der Hand und singen „wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt…“. Was kann eine Politikerin, die ohne Rücksprache mit den europäischen Partnern die Grenze für zwei Millionen Herkommende vor wenigen Tagen geöffnet mehr erreichen? Grandios.

Und jetzt – vom gesicherten Terrain aus – kann sie den Blick zu den „Gefahren“ wenden, die jetzt aber keine Konkretisierung wie „islamistisch“ mehr erhalten. Als ginge es in einem Gottesdienst um die Anmutungen des Fleisches muss „man“ sich “wappnen“ UND “und ansonsten ist die europäische Geschichte so reich an dramatischen und gruseligen Auseinandersetzungen“! Was hat die europäische Geschichte mit Gefahren zu tun, vor denen uns heute und jetzt unsere Kanzlerin schützen soll, nein muss? Wie kann sie überhaupt diesen Zusammenhang herstellen? Unkonkrete Begriffe und ad hoc Querverweise zur (vermutlich deutschen) Geschichte werden schnell gewoben. Jeder innerer Widerspruch verheddert sich im Nebulösen. Gleichzeitig ist die Vortragsweise sedierend.

„Wir müssen angehen dagegen…“. Gegen was „wir“ angehen müssen, hat sich inzwischen verflüchtigt. Was es immer auch sei, das anschließende Substantiv, das ihr dazu einfällt wirkt psychisch delokalisiert, jedenfalls bizarr. „Wir haben keinen Grund zu größerem Hochmut!“ Ein denkerischer Salto, ein Begriff der in jedem politischen Kontext von vornherein fehl am Platz ist. Plötzlich betritt man einen sakralen Raum von Schuld und Sühne. Hier werden keine Probleme mehr gelöst, sondern wir kasteien uns gemeinsam mit der Kanzlerin vor dem unheilvollen Spiegel der deutschen Geschichte. Das ist so grandios wie gaga.

Sollte ein Zuhörer noch nicht durch ein geistiges Nirwana schweben und sich fragen, ob wir vielleicht Grund zu Hochmut, aber nicht zu „größerem Hochmut“haben, setzt Merkel den Schlussakkord. Nachdem sie der Frage – auf deren Antwort bis heute ein ganzer Kontinent wartet – alle konkreten Konturen genommen hat, nachdem sie nichts zu der Frage: „wie wollen sie uns und unsere Kultur schützen“ gesagt hat, beschließt sie die „Debatte“ mit dem einzigen konkreten Satz. „Das sag ich jetzt als deutsche Bundeskanzlerin.“

Eine mächtige Göttin

Der Sommer ist vorbei und da steht Kultur auf dem Programm. Leider nicht nur bei mir. Gestern an der Abendkasse standen noch andere Leute herum in der Hoffnung noch eine Karte für die Theater-Aufführung zu bekommen. Nur wenige hatten Glück.

Eine Dame – Typ weltoffen und bunt – ging ebenfalls leer aus. Wir kamen kurz ins Gespräch, weil ich meinte, dass es schade sei, dass wir kein Ticket mehr bekommen haben. Sie sagte, dass sie gewusst hätte, dass die Vorstellung ausverkauft sei, aber sie habe auf die Rückgabe einer vorbestellten Karte gehofft, denn: „Der Zufall ist eine mächtige Göttin!“

Ich war beeindruckt. Dem profanen, lichtscheuen, gestaltlosen, unverständlichen Zufall wurde hier ein wundervoll neuer Anstrich verliehen: machtvoll und Göttin! Warum sind da nicht die alten Griechen draufgekommen! Was hätte man für reizvolle Statuen für die Göttin klopfen können! Oder die Ägypter? Der Zufall als Mischwesen zwischen Krokodil und Isis! Die Hindus leben noch im Götterhimmel, könnte man nicht „Zufall“ neben Durga oder Kali ansiedeln, mit vielen Armen herumwedelnd:  in einer Hand ein Schweinchen, in der anderen ein Theaterticket, in der nächsten ein zerdrücktes Auto, dann wieder eine Flutwelle mit lauter Ertrinkenden?

Schade, ist keiner – außer die Dame vorm Theater – bisher draufgekommen! Liegt vielleicht daran, dass sich Religion und Zufall ausschließen? Denn wo es Gott und Götter gibt ist alles gewollt und gesollt. Für Zufall ist kein Platz. Zufall ist dort, wo es keinen Handlungsstrang von ganz oben gibt. Alle Geschehnisse liegen in Gottes oder in der Götter Hand. Allem liegt ein Plan eine tiefere Bedeutung zu Grunde. Zufall und Plan schließen einander aus. Sie können nicht miteinander. Zudem ist es DER Zufall, also wäre richtiger zu sagen: „Der allmächtige Zufallsgott hat wieder zugeschlagen!“Aber dann merkt natürlicher jeder sofort, dass mit dem Inhalt irgend was nicht stimmt und es fehlt der Charme einer Göttin, die sich anschmiegt und diejenige belohnt, die ihr huldigt. Und es hört sich auf jeden Fall geheimnisvoller an, irgendetwas von einer Göttin zu faseln, anstatt: „Blöder Mist, Pech gehabt!“

Jedenfalls – Zufall oder nicht – wir beide gingen leer aus: die mit der Göttin im Bunde stehende Dame und der unbedarfte Kunstsucher.

Think for yourself – die Verkündigung

Eine blonde Frau läuft mit ihrer kleinen blonden Tochter eine Büropassage entlang. Man sieht keine weiteren Passanten nur kurz einen jungen Anzugträger und dann einen Mann mit langem dunklem Gewand und einer auffällig großen schwarzen Tasche, der überhaupt nicht in die Gegend passt. Die Frau mit Tochter läuft ein Stück parallel zu dem Mann in unverkennbarer muslimischer Kleidung.  Auf die schwarze Tasche des Mannes wird gezoomt, dann wieder auf das Gesicht der Frau. In der Mimik der Frau spiegelt sich Furcht und Besorgnis. Als sie ihren Kopf wendet, sieht sie einen Mercedes aus dem drei Personen springen, die entschlossen von hinten auf den Mann zu rennen.

Dieser hat noch nichts gemerkt und läuft seelenruhig weiter. Die Frau bleibt stehen und zieht ihre Tochter zum Schutz eng an sich. Gleich haben die Verfolger – eine Hetzjagd? – den Mann eingeholt, als die Kamera auf einen Kollegen der drei Verfolger – erkennbar an einer roten Binde – schwenkt, der einem Mann zu Boden drückt. Es ist der Anzugträger. Die anderen haben diesen nun ebenfalls erreicht. Sie ziehen mehre Tüten von Koks aus seinem Anzug. Über Funk geben sie ihren Coup an die Polizeizentrale weiter.

Die blonde Frau hat atemlos den Zugriff verfolgt, als ihre Tochter sie an der Hand zieht und auf den Muslim deutet. Dieser hat inzwischen seine Tasche geöffnet und bereits ein Kinderfahrrad auseinandergebaut, das seine kleine Tochter strahlend entgegennimmt. Der kleine Sohn wird auf die Schulter des Mannes gesetzt, ein Umhang, der mutmaßlich die Mutter darstellt, ist nur von weitem zu sehen, es soll keine Fremdheit aufkommen, denn in der letzten Sequenz scheint die blonde Tochter zu sagen: „Guck mal, was für ein lieber Papa“! Die Familie aus dem Morgenland läuft glücklich in den Tag, als die Botschaft erscheint: „Think for yourself!“ Die Frau und mit ihr der Zuschauer bleiben beschämt zurück, denn man merkt, wie man die Klischees vom bösen fanatischen Islamisten tief in sich trägt!

Maren Ueland

Maren Ueland ist bzw. war eine norwegische Studentin. Sie ist mit einer Freundin nach Marokko gefahren um dort in den Atlas Bergen zu wandern. Unweit von Marrakesch haben sie am 18.12. im Zelt übernachtet. Am nächsten Morgen wurden sie tot aufgefunden.

„Auf die zwei Opfer sei eingestochen, ihre Kehlen seien durchgeschnitten worden“, erklärt der Leiter von Marokkos zentraler Ermittlungsbehörde. „Dann seien sie enthauptet worden.“

Die genaue Anzahl der Beteiligten ist im Moment noch unklar. Ein Video wurde ins Netz geladen, worauf zu sehen ist, wie einer jungen Frau der Kopf abgesäbelt wird. Die Männer, die sich ganz offen dieser Tat rühmen heißen: Rachid Afatti, Ouziad Younes and Ejjoud Abdessamad.

Mörder Maren

Maren Ueland hat das professionell gemachte Video „Think for yourself!“ der britischen Guppierung Dawah (Verkündigung) Film UK auf ihrer Facebook Seite geteilt. Offensichtlich konnte sie sich in der Botschaft dieses Films wiederfinden. Die Gesichter ihrer Mörder sehen dem netten Vater im Film zum Verwechseln ähnlich.

Würde man heute sagen, sie hat die Botschaft falsch verstanden: ein Mann kann sehr nett zu seinen Kindern sein, für andere aber puren Hass empfinden?

Hätte der Film einen SS Mann gezeigt – die Dame mit Kind wäre dann eine Jüdin oder eine Roma gewesen, – würde man dann von einer Verharmlosung des Nationalsozialismus sprechen?

Und wenn die Propagandaabteilung der Nazis diesen Film selbst produziert und weiterverbreitet hätte (über 1 Millionen Klicks auf Youtube https://www.youtube.com/watch?v=XPyPM25boh0) würde man sich dann fühlen, als hätte man in einen Abgrund menschlicher Bösartigkeit geblickt?

Die Nazimörder waren nette Familienväter, kultiviert und mit Manieren. Und sie waren Gläubige einer Ideologie, die Menschen anderer Rasse, als minderwertig ansah. Auch die Mörder von Maren begründen ihrer Tat mit heroischen Motiven. Man tausche nur Kalif = Führer, Al-Bagdadi = Adolf Hitler, Sache Gottes = deutsches Volk, und Muslime = Arier. Sie begründen ihre Tat mit folgenden Worten: „Wir sagen dem Kalifen der Muslime (Al-Bagdadi), dass du im Maghreb Soldaten hast, deren Zahl nur Gott kennt. Sie sind entschlossen, die Sache Gottes aufrechtzuerhalten und die Ehre der Muslime zu verteidigen.“

Würde Maren und ihre Freundin noch leben, wenn sie das Machwerk von „Dawah UK Films“ nie gesehen hätte?

 

Filmkritik

The Ballad of Buster Scruggs

heißt ein Film der Coen Brüder, der auf Netflix zu sehen ist. Welche Wohltat einen Film zu sehen, der ohne die moralischen Belehrungen des deutschen Fernsehens auskommt. In verschiedenen Episoden wird ein „Wilder Westen“ gezeigt, der die Menschen hart und unsentimental macht. Die Coen Brüder mixen noch eine Prise von Surrealität hinzu, welches die gezeigten Geschichten ins Märchenhafte und somit aus dem bloßen zeitverhaftet sein heraushebt. Kurzum berührend, unterhaltend, sehenswert.

Und das deutsche Fernsehen?

Am vergangenen Sonntag die letzten 30 Minuten vom Tatort in der ARD gesehen. Die Ermittlerin war Lena Odenthal aus Ludwigshafen, der Titel: „Vom Himmel hoch“.

Die Story: eine blonde Soldatin aus Deutschland musste Einsätze als Drohnenpilotin fliegen und leidet nun an den psychischen Folgen, weil vielleicht kleine Kinder umgekommen waren. Deshalb möchte sie sich an ihrem Vorgesetzten einem US-General rächen. Gleichzeitig befinden sich in Ludwigshafen auch zwei Männer aus dem Irak, die – mittels einer kleinen Spielzeugdrohne – einen Anschlag ausführen wollen. Dabei soll aber niemand in echt zu Schaden kommen, denn die beiden, mit Pudelmütze gekleidet, sind wirklich sehr nett. Sie erklären in einem Bekennervideo ausführlich, dass ihnen das wirklich leidtut, aber niemand hat bisher ihre schlimme Geschichte angehört, und daher sind sie gezwungen mit einer letztendlich gewaltfreien Tat auf sich aufmerksam zu machen. Man möchte die beiden, mit ihrem akzentfreien Deutsch sofort unterhaken und ein Bierchen trinken gehen. Leider geht ihr naiver Plan schief – schließlich wird das gesamte SEK mit Hubschraubern und schwarz gekleideten Einsatzkräften aufgeboten – um die beiden armen Flüchtlinge in Haft zu nehmen.

Unser Soldaten-Weibchen ist von anderem Kaliber! Sie schafft es in das 5 Sterne Hotel, in dem sich der US General vor seiner Abreise noch mit Teilen der deutschen Regierung trifft. Er schüttelt einem hochgewachsenen graumelierten deutschen Verteidigungsminister die Hand, während sich das Schicksal in Form der traumatisierten Soldatin schon über ihm zusammenzieht, denn die hat sich inzwischen auch eine Pistole besorgt. Zum Glück schafft es die Odenthal rechtzeitig in das Hotel und liquidiert die Kämpferin – nicht ohne, dass durch den Kopf der Sterbenden nochmals Bilder von digitalisierten Drohnenangriffen zucken, – so dass auch der allerletzte Zuschauer und selbst die Odenthal kapieren, dass die wahrhaft Schuldigen das US-Militär und der deutsche Verteidigungsminister sind, die sich schon wieder bequem in ihren Hotelsesseln rekeln.

Die Darsteller von US-General, dem Verteidigungsminister, der gesamte militärische Stab: männlich, weiß, alt, aalglatt, die Verkörperung des absolut Bösen auf diesem Planeten, so wie sich offensichtlich für ARD und ZDF die Welt aktuell anfühlt.

Halbzeit

Halbzeit der Regierung in B-W. Der Ministerpräsident und der Innenminister touren durch das Ländle und loben ihre bisherige Regierungsarbeit.

Im Podiumsgespräch wird vom Moderator die Gruppenvergewaltigung in Freiburg angesprochen. Herr Kretschmann zeigt Emotion: „Das geht gar nicht! Die ersten die sich empört haben, waren die Flüchtlinge selbst! Sie haben die Tat scharf verurteilt, und jetzt wird mit Fingern auf sie gezeigt!

Von dieser Verurteilung hat man in der Öffentlichkeit nichts mitbekommen, aber der rhetorische Trick des Landesvaters ist meisterhaft! Das Mitleid, die Solidarität, die eigentlich der jungen Frau zukommen müsste, die von 10 Männern missbraucht wurde, wendet sich im Saal direkt den „Syrern“ zu – den vielen anständigen Männern, die einfach Schutz suchen und jetzt von übel gesinnten Zeitgenossen für die Tat mitverantwortlich gemacht werden.

Die Tat wird von Kretschmann eindeutig verurteilt. Die Täter indes sind junge Burschen, denen ein dummer Jungenstreich ein wenig aus dem Ruder gelaufen ist. So drückt es Kretschmann nicht direkt aus, es schwingt aber mit, wenn er sagt, dass junge Männer mitunter straffällig werden, „weil das sei eben der Gruppendruck, da machen manche dumme Dinge aus der Gruppe heraus.

Deshalb – und dafür sei er scharf angegriffen worden – hätte er gesagt man müsse die Täter „in die Pampa schicken“. Während ich noch überlege, ob es nicht „in die Wüste schicken“ heißen müsste, stellt er die Sache klar: Pampa ist B-W! Auf dem Dorf irgendwo. Dann können die jungen Männer nicht mehr so viel Unsinn machen.

In Mannheim habe das bestens funktioniert. Dort hätte eine Gruppe von jungen Männern, „die ganze Stadt terrorisiert!“, dann habe man diese Männer auf das ländliche B-W verteilt und inzwischen herrschen in Mannheim wieder Sicherheit und Ordnung.

Für diesen entschlossenen Umgang mit Kriminalität und Gewalt bekommen der Ministerpräsident und sein Innenminister ehrlichen und herzlichen Beifall der Bruchsaler Bürger. Man schämt sich fast für den Gedanken, dass weder die Mannheimer noch die Freiburger „jungen Männer“ eigentlich gar nicht bei uns im Lande hätten sein dürfen, und dass nach über 1000 angezeigten Straftaten allein in Mannheim die Antwort des Staates doch ein wenig kleinlaut anmutet.

Aber gut, das ist Grün/Schwarz. Das ist vom Wähler so gewollt. Ob das die Opfer auch wollen, wissen wir nicht.

Und wirklich deplatziert – nah am Rassismus – ist der Gedanke, dass es in Syrien keine Disco gibt, in der sich eine Syrerin von einem Unbekannten – gar einem Nichtsyrer – ansprechen lässt, sich von ihm einen Drink bezahlen lässt und dann mit ihm – willentlich oder unter Droge – die Disco verlässt! In Syrien nicht, in Ägypten nicht, in der Türkei nicht, im Irak nicht. Niemals in Afghanistan, Pakistan, Marokko, Tunesien, Algerien. Ein solcher Kontaktversuch zwischen den Geschlechtern ist nicht mit dem sittlichen Empfinden der dortigen vorherrschenden Religion zu vereinbaren. Die Sanktion der Dame gegenüber wäre unmissverständlich und endgültig.

Das ist eben das Bunte an der Vielfalt, dass sie außerhalb Europas nicht praktiziert wird, während bei uns im Land immer mehr Teilhabe erfahren.

Im Anschluss an das moderierte Gespräch wurden im Foyer Weine aus hiesiger Lage und warmes Salzgebäck gereicht. Hier konnte man auf persönlicher Ebene das Gespräch mit unserem MP und dem Innenminister führen und dann unbeschwert durch die Nacht nach Hause fahren. Bruchsal – so wurde noch während des Podiumsgesprächs unmissverständlich dargelegt – zählt in der Landeshauptstadt nicht zur Pampa.

Stell dir vor …

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus sind zu Ende. Zum Abschluss wurde in unserer Stadt ein Theaterstück aufgeführt: „Krieg, stell dir vor, er wäre hier.Janne Teller hat dieses Stück 2001 geschrieben. Sie ist Dänin und hat Staatswissenschaft studiert. Dann lebte sie in New York, arbeitete in verschiedenen Krisengebieten u.a. für die EU und die UN und für andere „internationale Organisationen“.
Wir sind etwa 20 Zuschauer. Der Raum ist leicht abgedunkelt. Die Zuschauer sitzen in U-Form, in deren Mitte Tim – der Flüchtlingsdarsteller – seine Flüchtlingsrolle gestaltet. Deutschland und Europa sind in die Hände von Nationalisten gefallen. Es fallen Bomben und es explodiert ununterbrochen. Wer genau gegen wen kämpft ist nicht klar, aber da das Stück in der Zukunft spielt, geht es nicht um Plausibilität. Wichtig ist, dass der junge Schauspieler fliehen muss. Der arabische Welt ist in Zukunft eine Oase von Sicherheit und Wohlstand. Tim flieht nach Ägypten. Er muss Geld für den Schlepper bezahlen und obwohl die Ägypter freundlich sind, hat er es zunächst schwer im Flüchtlingscamp. Er bekommt zunächst keinen Sprachkurs und mit der Integration klappt es auch nicht gleich. Die Schwester von Tim –  so erfährt man nebenbei – ist irgendwie auch geflohen. Sie möchte einen Sexualkundekurs in der Schule – dieser wird aber abgelehnt. So bitter kann Immigration sein.
Unser Flüchtling kann von zu Hause nicht viel mitnehmen. Das Wichtigste für ihn ist sein Tagebuch. Das steckt in einem alten Rucksack, der eines der seltenen Requisiten auf der Bühne ist. Ich kenne diese Art von Rucksack von alten Bildern. Mein Opa war Wandervogel und hatte genau dieses Modell. Zum Schluss erhält Tim die Aufenthaltsgenehmigung, hat Arabisch gelernt und Freunde gefunden (von Freundinnen ist nicht die Rede) träumt aber immer noch von seiner alten Heimat, in der er sich – so sinniert er – vielleicht gar nicht mehr heimisch fühlen würde.
Beifall
Das Stück ist reines Betroffenheitstheater. Es wird keine Distanz zum Geschehen hergestellt, noch soll irgendetwas geklärt werden. Selbstironie ist nicht gewollt.
Nach einer kurzen Pause dürfen wir Zuschauer über das Stück sprechen. Das Gespräch wird von der Regisseurin geleitet.
Wir erfahren: Das Stück wird normalerweise in Schulen gespielt. Schüler reagieren auf die tragische Geschichte von Tim sehr einfühlsam.
Auch bei den erwachsenen Theaterbesuchern hat sich Betroffenheit eingestellt. Es wird viel über die Schwierigkeiten gesprochen, die man haben kann, wenn man in ein fernes Land kommt, dessen Sprache man nicht versteht.
Etwa die Hälfte kann sich vorstellen, dass es in Europa wieder Krieg geben kann. Keiner kann sich aber vorstellen, dass dieser Krieg im Zusammenhang mit den Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen stehen könnte. Der Flüchtlingsbegriff, wie er von den Medien verwendet wird, wird nicht in Frage gestellt. Als ich sage, dass die Flüchtlinge in ihrem jeweiligen Nachbarland in Sicherheit leben könnten, wird das bestritten. Als ich darauf beharre, erklärt unter allgemeinem Zuspruch eine Zuschauerin: Europa sei schuld an all diesen Konflikten. Wenn man sich zum Beispiel nur Afrika ansehe, die ganze Ausbeutung der Rohstoffe durch uns und das Hähnchenfleisch, das billig dorthin geliefert wird und die einheimischen Märkte zerstört.
Ich kann einwerfen, dass wir nicht alles Schlechte dieser Welt Europa anlasten sollten. Als ich auf Syrien verweise, und dass die dortigen Kämpfe, entlang der ethnischen und religiösen Linien verlaufen, dass es in Ex-Jugoslawien genau so war, und dass ich diese Gefahr auch für unser Land sehe, erklärt eine junge Zuschauerin, dass wir 80 Millionen Deutsche sind, da fallen die wenigen Flüchtlinge nicht ins Gewicht, sie habe da keine Sorgen.
Dass wir ein Propagandastück gesehen haben, welches Kinder und Jugendliche im Klassenzimmer Gefühlslagen aussetzt,  deren sie mangels Erfahrung und Wissen nichts entgegensetzen können, stört außer mir keinen. Der Flüchtling an sich ist gut. Er ist ein armer Kerl. Eine Lapalie, dass die jungen Männer nicht mit ihrem Tagebuch fliehen, sondern mit teuren Smartphones. Den Pass vergessen, kann in den Kriegswirren schon einmal passieren. Das Smartphone braucht der Flüchtling um während der gefährlichen Flucht Kontakt zur Familie zu halten, die aus unerfindlichen Gründen im von Krieg zerstörten Land weiterleben kann.

Einen Wertekonflikt zwischen der europäischen Gesellschaft und Afrika und Mittelasien wird verneint, stattdessen spricht eine Dame, die mit ihren beiden Kindern das Theatererlebnis teilt, von ihrer Erfahrung, als sie ein Jahr in Südamerika gelebt hat. Sie musste sich dort auch erst eingewöhnen.
Insgesamt also alles so, wie es sich für einen wohlklingenden Schlussakkord für die „Themenwochen Antirassismus“ gehört. Mir fällt auf, wie heftig Widerspruch bekämpft und diffamiert wird.  Die bösen Rechten, Rassismus, ausländerfeindliche Gewalt, werden unentwegt beschworen, ohne je ein konkretes Beispiel zu nennen. Niemand wagt zu widersprechen oder nachzufragen. Die angebliche Ausgrenzung, die man aufs Schärfste bei den Neuhinzugekommen bekämpfen will, wird rigoros gegen Menschen in Stellung gebracht, die die Erzählung vom armen Flüchtling in Frage stellen.

Fazit:
Der Antirassismus umstellt das freie Denken. Er baut Grenzzäune im Innern. Er überwacht aufs Schärfste was gedacht werden darf. Mit jedem falschen Gedanken mit dem Zulassen einer einzigen ungefilterten Wahrheit, kann bereits die innere Rutschbahn zum KZ-Kommandanten beginnen. Er behauptet, dass es kein Halten gibt, dass eine schnurgerade Autobahn von der Skepsis in der Flüchtlingsfrage zu den Schloten von Ausschwitz führt.
Deshalb gibt es keine Veranstaltungen zum tief verwurzelten Rassismus in Afrika oder Asien. Kein Gedanke daran, dass rassistische Vorurteile, etwas Menschliches sind, dass es sie vermutlich in allen Gesellschaften gab und gibt. Völkermord als Gefahr entsteht erst dann, wenn sich eine totalitäre Regierung Rassismus als Ideologie zu eigen macht.
Was hingegen geschieht, wenn sich eine Regierung totalitärer Mittel bedient, um Antirassismus zu verbreiten, ist geschichtlich gesehen Neuland. Es zeichnet sich ab, dass die Regierung die autochthone Bevölkerung nicht mehr schützen kann oder will. Diese „angestammte“ Bevölkerung weiß gar nicht wie ihr geschieht. Natürlich erfährt sie aus den Medien hier und da, dass es Übergriffe von Fremden auf Einheimische gibt. Ob diese Übergriffe einen kulturellen / religiösen Hintergrund haben, darf nicht diskutiert werden. Es können und dürfen nur „Einzelfälle“ sein. Die eben überall vorkommen. Das neue „Besondere“ an den Gewalttaten wird nicht behandelt. Es herrscht Tugendterror, der alle diffamiert, die einen möglichen Zusammenprall unterschiedliche Kulturen in Erwägung ziehen.
Die „Tugendhaften“ werden leider dadurch befeuert, dass bei den Kritikern der offenen Grenzen, durchaus Personen sind, die einen „eigenwilligen“ Umgang mit der jüngsten Geschichte pflegen. Um deren wichtigste Ideogiekerne kurz zu nennen: a) Leugnung der Kriegsschuldfrage im 1. und 2. Weltkrieg. b) „Die Juden“ (mal alle, mal nur einige „Masterminds“), sind die wahrhaft Schuldigen an allem Bösen in der Welt, und c) die Juden und/oder US-Milliardäre hegen einen „Geheimplan“, der die Bevölkerung in Deutschland „austauschen“ will.
Dass diese Erklärungsmuster letztlich mehr Fragen aufrufen, als sie vermeintlich beantworten, ist den Protagonisten gleichgültig. Es geht um die „Wucht“ des Arguments. Der andere kann sich argumentativ abstrampeln, der Verschwörungstheoretiker bleibt im sicheren Hafen.
Es geht kein Ruck durch dieses Land, sondern ein tiefer Riss. Die beiden Lager stehen sich hasserfüllt gegenüber. In einer Situation, in der Einigkeit und Selbstverständigung aus reinem Selbsterhaltungstrieb dringend geboten wäre, zerfleischen sich die Menschen, deren angestammtes Recht es ist, über das Gebiet in dem sie leben, und über die Zukunft ihrer Kinder zu entscheiden.
Am Ende des Theaterstücks fragte die junge Regisseurin, wohin wir – im Falle eines Krieges – fliehen würden. Ich sagte, nicht wenige Juden in Frankreich fliehen inzwischen nach Israel, sie haben eine Nation, die hinter ihnen steht. Türken, Pakistanis, Albaner, Syrer usw. haben ihr Land, in das sie zurückkehren, wenn Deutschland zum Bürgerkriegsland geworden ist. Wir können nirgendwo hin. Wir zerfleischen uns gegenseitig mit Unterstützung von „Gruppen“. Der Rassismus kann endlich ohne Deutsche weiterleben.

Die dunkelste Stunde

Ein Geschichtsdrama in dessen Zentrum die Frage steht, wie England mit der katastrophalen Niederlage seiner Armeen im Mai 1940 in Frankreich umgehen soll. Auf heutige Verhältnisse übertragen ist die Sache klar: Verhandlungen mit den Deutschen. Gesprächskanäle sind bereits nach Italien zu Mussolini geknüpft. Es gibt für England dem Anschein nach keine Möglichkeit mehr, die Invasion der Insel zu verhindern. Für Verhandlungen fehlt lediglich noch die Zustimmung des englischen Premiers. Obwohl dieser die Lage nicht verkennt, weigert er sich in Verhandlungen einzuwilligen. Churchill wird gezeigt, wie er vermutlich war: im persönlichen Umgang launenhaft, manchmal unsicher aber in der Politik standhaft. Man kann es auch stur nennen. Er tut nicht, was heute zumindest in Deutschland als Ausweis höchster Staatskunst und als alternativlos gilt: Verhandeln, im Gespräch bleiben, Dialog auf Augenhöhe, Nachgeben, Kompromisse aushandeln.

Er tut nicht, was Hitler erwartet hatte, nämlich eine humanitäre Lösung für England zu erbitten. Hitler war sich sicher, dass Demokratien nicht in der Lage sind sich gegen Bedrohungen aufzulehnen, solange die Möglichkeit besteht die Sache auf angenehmere Weise zu regeln. Heute hätte er natürlich Recht, und er hätte vermutlich auch damals Recht behalten, wenn es nicht diesen englischen Sturkopf gegeben hätte.

Im Kino wirkt dieser Anprall von Patriotismus geradezu gespenstisch, unwirklich, vollkommen aus unserer Zeit gefallen. Churchill und anscheinend ein Großteil des Volkes sind bereit zu kämpfen, wenn es sein muss von Haus zu Haus. Niemals aufgeben. Niemals, auch wenn der eigene Untergang klar vor Augen steht. Ich denke allen Zuschauern an diesem Abend ging es ähnlich. Man weiß gar nicht, ob man das gut finden soll. Es beschleicht einem als Deutscher ein nie gekanntes Gefühl, das man archaisch nennen könnte: für seine Ideale, für „das Eigene“ für seine Heimat einstehen! Für das, was man als richtig erkannt hat zu kämpfen und zu sterben. Dabei klug zu sein und aufrichtig. Aber niemals das Ziel aus den Augen zu verlieren: Die Barbarei darf niemals triumphieren.

Kolonovski über Churchill

National – International

Im Lande starten wieder wie jedes Jahr die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. mit weit über 1700 Veranstaltungen. Wie „International“ diese Wochen tatsächlich sind, kann ich nicht beurteilen. Tue ich der Türkei Unrecht, wenn ich vermute, dass es dort diese Wochen gar nicht gibt? Oder werden die Kriegshandlungen während dieser beiden Wochen gegen die Kurden in Syrien eingestellt, weil es sich bei den Kurden um eine andere Ethnie handelt? Veranstaltet man in diesen Wochen Ausstellungen, mit Kinderbildern die den Genozid an den Armenier nachempfinden, Berichte von Zeitzeugen? Schwer vorstellbar. Und beteiligt sich Südafrika, wenn es gerade dabei ist, Land Bauern zu entreißen, weil diese eine andere Hautfarbe haben?
Was mich an den deutschen Wochen gegen Rassismus nachdenklich macht, ist ihr Propagandacharakter. Vielleicht ist man ja blind, wenn man schon immer hier lebt, so dass man gar nicht mehr das Typische einer Mentalität erkennen kann. Aber ich habe den Eindruck, dass sich unser Staat in der Vergangenheit keine weltanschaulichen Kampagnen geleistet hat. Soweit ich weiß, haben „wir“ in der BRD immer mit einer gewissen Überheblichkeit auf die staatlich verordneten Themenwochen herabgeblickt, wie sie in der DDR üblich waren. Das Bemühen der Regierenden dort war überdeutlich ihren Staatsbürgern Denkvorgaben zu machen, festzuklopfen was per se richtig oder falsch ist. „Unsere“ Verachtung bezog sich darauf, dass der Staat seinen Bürgern keine Ideologie aufdrücken darf. Der Staat hatte sich aus weltanschaulichen Denkvorgaben herauszuhalten. Heute ist das anders.
Damit diese fundamentale Wendung im Verständnis unserer Verfasstheit heute niemanden so richtig zum Bewusstsein kommt, ist vermutlich das positiv besetzte „INTERNATIONAL“ verantwortlich. Wären es „nationale“ Wochen würde die Bevormundung der Politik und der weltanschaulichen Interessenverbände deutlicher werden. Mit dem Trick „International“ besteht der Anschein, dass in Japan, im Iran, in Swasiland Wochen gegen Rassismus zelebriert werden. Möglich – aber ich glaub es nicht.
Wenn unsere staatlichen Instanzen, nahezu übergangslos das bisherige Fundament, der Nichteinmischung in weltanschaulichen Fragen verlassen und offen Propaganda betreiben, was ist die Ursache? Gab es ein starkes Aufflackern von Rassismus in diesem Land? Wurden in Büchern, Filmen, philosophischen Debatten, Theaterstücken, Liedern, ein Deutschtum gefeiert verbunden mit Abwertung Menschen anderer Herkunft? Gab es eine Stimmung in unserem Land, die das „Arische“ als die wertvollste Rasse im Völkergemisch hervorhob und voller Verachtung auf andere Rassen herabschaute? Ich konnte und kann das nirgendwo feststellen! Und wenn ich mich frage, ob ich Rassisten kenne, dann fällt mir höchstens meine Mutter ein. Sie mochte keine Farbigen. Vor allem keine Marokkaner. Sie hatte als Mädchen den Einmarsch französischer Truppen am Kriegsende erlebt. Darunter waren auch Soldaten aus den ehemaligen Kolonien. Ob da „etwas“ vorgefallen ist, hat meine Mutter nie gesagt. Aber ihre Abneigung war da, jedoch nie in irgendeiner Weise aggressiv. Nie hätte sie einen anderen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe herabgewürdigt. Ich kann sie aber nicht mehr zu den Wochen gegen Rassismus schicken um ihre „Vorurteile“ zu bearbeiten. Sie hat mögliche „Ereignisse“ – wie das heute in den Medien heißt – mit ins Grab genommen.
Es gab die NSU Morde. Nach allem was man weiß, war die Tätergruppe sehr klein. Sie bestand aus 3 Personen, von denen sich zwei selbst gerichtet haben und darüber hinaus ein kleines relativ überschaubares Umfeld. Denkt man an die RAF Zeit, so war das Umfeld weitaus größer und fand Widerhall bis hinein in intellektuelle Kreise (Satre). Wurden damals „Internationale Wochen gegen Internationalismus“ ausgerufen und jährlich zelebriert?
Weshalb hat dieses Land das weltanschaulich neutrale Fundament, das 70 Jahre Konsens war über Bord geworfen und führt nun einen Kampf gegen eine Gefahr, die es in diesem Land gar nicht gibt?
Ich habe nur ein paar Vermutungen: Das „Deutsche“ wollten wir sowieso hinter uns lassen. Es gilt als spießig, unlocker, verbiestert, arbeitsbesessen. Also, vollkommen uncool. Diese Tugenden passen nicht in die moderne Konsumwelt, also weg damit und einen internationalen Citoyen geschaffen. Aber niemand hatte damit ein Problem. So lange Menschen aus Europa, vor allem aus den südlichen Ländern Europas nach Deutschland kamen, wurden sie herzlich aufgenommen. Gerade die jungen Deutschen mochten die lockeren fröhlichen Menschen aus dem Süden. Sie reisten später in ihre Länder und lernten fleißig deren Sprachen.
Die damals jungen Leute, sind heute in den entsprechenden Positionen. Sie sehen heute eine gewisse Skepsis gegenüber der Einwanderung und übertragen ihre positiven Erfahrungen mit den damaligen Gastarbeitern aus Südeuropa auf Einwanderer mit einem außereuropäischen Wertegerüst. Sie möchten ihre positiven Erfahrungen den Deutschen mitgeben. Vielleicht daher so viele Workshops in der Art: „Töpfern gegen Rassismus“?
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er möchte auch glauben und Recht haben. Die Zurückhaltung in weltanschaulichen Fragen, die sich die alte BRD auferlegt hatte, hinterließ ein Vakuum. Nachdem der Kommunismus in sich zusammengefallen war, die BRD ihren Antipoden verloren hatte, stellte sich eine gewisse Leere ein. Jetzt fehlte eine Rahmenerzählung. Das vereinte Deutschland konnte sich – angesichts der Katastrophen seiner jüngeren Geschichte – auf keine genuin positive Erzählung einigen. Daher machte es, auf typisch deutsche Art, das Gegenteil daraus. Eine Anti-Erzählung. Deutsch soll sein, was nicht Deutsch ist. National soll sein, was nicht National ist. Grenzen braucht es nicht mehr. Das „Eigene“ soll sich über das „Fremde“ definieren und dann auflösen.
Ein anspruchsvolles Programm! Wir schaffen, was uns ausmacht – und für das die restliche Welt im Allgemeinen Hochachtung empfindet – ab und lösen uns in einer (vollkommen fiktiven) Weltkultur auf. Daher braucht es keinen reellen Rassismus, um die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ aufzulegen. Ziel ist nicht die Bekämpfung von etwas, dass es gar nicht mehr in diesem Lande gibt, sondern jegliche Abgrenzung gegenüber anderen Wertvorstellungen und Haltungen zu beseitigen. Die einfache Wahrheit, dass auch Menschen andere Weltgegenden durchaus Rassisten sein können, wird ausgeblendet. Vielmehr wird Deutschen, die an Hand von Fakten auf diese Tatsache verweisen, üble Motive unterstellt: sie seien Grunde ihres Herzens Rassisten! Der Abwehrbiss trifft auch Menschen, die gar nicht  aus Deutschland stammen, den Verhältnissen in ihrer Heimat entflohen sind und warnen wollen.
Den Deutschen wird es letztlich gelingen, sich als eigenes Volk aus der Gemeinschaft der Völker zu verabschieden. Dies geschieht aufgrund einer falschen Prämisse: Das Gegenteil von Böse muss nicht immer gut sein. BRD und DDR haben unentwegt auf die bösen 12 Jahre unter Hitler gestarrt, die Menschen waren von dieser Zeit so gefangen, dass es Konsens geworden ist, die NS-Jahre als das schlechthin Böseste aller Geschichte zu „idealisieren“. Und da der Nationalsozialismus eine Überhöhung der Nationalstaatlichkeit zelebrierte, gilt als das beste Gegengift die Abschaffung jeder Nation, zumindest der Deutschen. Da der NS-Staat die Überhöhung des „Deutschen als allein kulturschaffender Rasse“ feierte, finden wir unser Heil in einer Nivellierung von allem was man als „Deutsch“ empfinden könnte.
Daher feiern wir die Reihen fest geschlossen und allzeit bereit die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. Widerspruch wird nicht geduldet.

Sind doch nicht alle gleich?

Anlässlich der Wahl eines neuen Präsidenten in Südafrika bringt die FAZ heute einen Artikel (S.5) über dessen Pläne das Land weißhäutiger Menschen ohne Entschädigung zu enteignen. Diese Pläne scheinen nichts mit Rassismus zu tun zu haben, jedenfalls schreibt die FAZ nichts davon, lediglich, dass die weißen Farmer nicht erfreut über diesen Schritt sind, und dass dieser Schritt der Wirtschaft Südafrikas insgesamt schaden könnte.
Ich kenne das Land nicht, und kann nichts darüber sagen, finde aber folgende Aussagen nicht beruhigend, was den Zuzug von Menschen aus Afrika nach Deutschland angeht: Die rund 35 000 überwiegend weißen kommerziellen Farmer versorgen rund 54 Millionen Südafrikaner mit Lebensmittel, beschäftigen mehr als 650 000 Angestellte und tragen vier Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Dabei bewirtschaften sie nur 72 Prozent der 37 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzten Landes, das sich in der Hand von Privatpersonen befindet. Das Großteil des Landes aber gehört Agrarkonzernen oder dem Staat. Schon jetzt hat dieser die Möglichkeit, weiße Farmer zu zwingen ihr Land zu verkaufen. Allerdings ist das Ergebnis entmutigend. 3,4 Millionen Hektar Land wurden seit 1994 aufgekauft und schwarzen Gemeinschaften übergeben – ein Großteil dessen verrottet heute. „Mindestens 90 Prozent des Landes, das auf diese Weise seinen Besitzer gewechselt hat, liegen heute brach“, schätzt Bennie von Zyl Geschäftsführender Direktor des Landwirtschaftsverbands Transvaal Agricultural Union of South Arfrica.

Für alle Opfer: Es gibt einen neuen Tätertypus.

Was offene Grenzen alles bewirken! Ein Mann geht in den Supermarkt, kauft ein Toastbrot, steigt in den Bus, als der losfahren will, drängt er sich nochmals nach draußen. Geht erneut in den Laden, nimmt sich ein Messer aus dem Regal und ersticht den Nächstbesten, der neben ihm steht. Dann geht er auf andere Kunden los und verletzt sechs weitere Personen zum Teil schwer.
Nun kann man sagen, Messerstechereien gab es doch schon immer. In letzter Zeit auffällig viele, aber das liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit an der allgemeinen Verrohung, die durch das Internet und Hatespeech überall Verbreitung findet – jedenfalls verbietet es sich, genauer nach der Tätergruppe zu fragen, denn dann wäre es vermutlich wiederum Hatespeech.  Das Besondere an diesem Fall: es war keine Beziehungstat und es war kein Streit vorausgegangen. Jedenfalls kein Streit, von dem die Kunden im Edeka irgendeine Notiz genommen hätten, da er sich 3500 km entfernt ereignete. Kunden – wie du und ich, die den jungen Mann bei sich aufgenommen haben, mit allem versorgt haben, was er zum Leben braucht, – nicht alle ganz freiwillig, – aber auf Geheiß der gewählten Regierung.
Ahmad A. war laut FAZ (12.1.18) kein Gefährder. Jedenfalls nicht durchgängig. Zwischendrin trank er Alkohol und rauchte Haschisch. Dann wieder bekannte er sich vor Zeugen zum IS. Die Bürger sind nach Erkenntnis des Hamburger Verfassungsschutzes, besonders schwer zu schützen, denn die Motivlage des Mannes, – Palästinenser 26 Jahre, – sei eben nicht eindeutig: „Er könnte traumatisiert sein, tatsächliche oder gefühlte Diskriminierungen erfahren haben. Und solche Täter können dann die Religion zur Rechtfertigung ihrer Taten instrumentalisieren,“ diagnostiziert Torsten Voß Präsident des Hamburger Verfassungsschutzes. Ja, könnte sein, jedenfalls wenn es sich um die richtige Religion handelt und man erfährt, dass der Mörder direkt vor seiner Tat aus einem Gotteshaus spaziert ist.
Es ist Freitag der 28. Juli 2017. Die Moschee im Hamburger Stadtteil Barmbek ist wie jeden Freitag voll. Der Imam – Ahmed Mohammed – erklärt der FAZ, dass er „den Gläubigen immer wieder sagt, dass Muslime und Christen in Frieden leben sollten.“ Er hat Schwierigkeiten das auf Deutsch auszudrücken, weil er ja die Predigt sowieso nicht in dieser Sprache hält und offensichtlich nicht viel mit den Menschen spricht, mit denen in Frieden zusammengelebt werden soll.
„Er hatte,“ weiß die FAZ, „an diesem Freitag auch über den Tempelberg in Jerusalem gesprochen, der Konflikt war gerade wieder eskaliert. Der Zugang zur Al-Aqsa-Moschee war beschränkt worden. Natürlich habe er in seiner Predigt nicht zur Gewalt aufgerufen, sagt der Imam.“
Dann ist ja alles gut. Aber worüber hat er dann gesprochen? Immerhin gab es Aufstände in Palästina. Die wahrhaft Gläubigen, empfanden die Zugangsbeschränkung als Zumutung. Hat Ahmed Mohammed in seiner Predigt um Verständnis für die Israelis geworben? Sich für Frieden mit den Juden eingesetzt? Es gibt keine Aufzeichnung der Rede.

Anfang 2015 war die Moschee, schon einmal aufgefallen. „Da warnte der Verfassungsschutz vor einem salafistischen Prediger, der Koran Unterricht gegeben hatte. Schüler dieses Predigers seien in den Dschihad gezogen. Der Moscheeverein zeigte sich überrascht. Von dem Prediger trennte man sich.“ Ein Prediger, der nicht predigt, sondern im stillen Kämmerlein, mit lernwilligen Schülern die Friedensbotschaft des Korans studiert? Danach ziehen die Schüler in den „Dschihad“, sie werden zu Mördern, Vergewaltigern, Kopfabschneidern, zu Killern in Namen Allahs. Gut –  sie verrichten ihr Tötungswerk in Syrien und im Irak, das geht uns nichts an. Aber bei Edeka um die Ecke! So war das nicht gedacht! Welch unangenehme Überraschung für den Moscheeverein! Das hatten die gar nicht mitbekommen, sonst hätte die Moschee bestimmt etwas gegen den Prediger unternommen.  Anscheinend ist auch kein Schüler zum Verein gegangen, um dort mitzuteilen, dass im Koranunterricht Dinge gepredigt werden, die nichts mit der Friedensbotschaft Mohammeds zu tun haben! So musste der Verfassungsschutz vorstellig werden.
Ist es wichtig zu wissen weshalb „der Konflikt in Israel gerade wieder eskaliert war“? Der Leser der FAZ jedenfalls erfährt in dem Zeitungsartikel nichts davon: Muslime hatten anstatt zu beten, Waffen auf den Tempelberg geschmuggelt und zwei israelische Polizisten hingerichtet. Der Aufstand entzündete sich nicht daran, dass Anhänger Mohammeds einer der wichtigsten Orte ihres Glaubens mit Heimtücke und Blut tränkten, sondern dass die israelische Regierung den Zugang zur Moschee für zwei Tage beschränkte, um die Sicherheitslage zu überprüfen.
Zurück in Hamburg. Der Mörder hätte sich nach Rechtslage nicht mehr in Deutschland aufhalten dürfen. Sein Asylantrag war abgelehnt worden. Das spricht gegen die These vom neuen Tätertypus. Das ist Alltag in der Merkelkratie.

Ob die Diagnose des Verfassungsschutzes stimmt, dass es einen neuen Tätertypus gibt kann man daher nicht unbedingt zustimmen. Vielleicht gibt es einen neuen Opfertypus? Kunden beim Einkaufen, die abgeschlachtet werden, weil eine bestimmte Religion in den Augen ihrer Anhänger gerade beleidigt worden ist. Will man nicht zum neuen Opfertypus gehören und der Konflikt in Israel oder sonstwo in der islamischen Welt „gerade wieder eskaliert“ sollte man daher besser zu Hause bleiben. Die Nähe zu einem dem Frieden und der Verständigung  verpflichtendem Gotteshaus bietet offensichtlich keinen ausreichenden Schutz.

Dann wird zurückgeschlagen…

Der türkische Außenminister Cavusoglu lobt den guten Dialog mit dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel. Er erwartet „ein viel besseres Jahr 2018, denn beide Seiten seien bereit, die Beziehungen zu normalisieren.“ (FAZ 3.01.18, S.2)

Im „alten Jahr“ wurden der Bundesregierung „Faschismus“ vorgeworfen. Deutsche Staatsbürger werden willkürlich in türkische Gefängnisse gesteckt und Bundestagsabgeordnete wurde der Besuch von deutschen Soldaten in der Türkei verweigert, so dass sich die Regierung gezwungen sah, den Stützpunkt vom NATO Partner abzuziehen und nach Jordanien zu verlagern.

Keine Kleinigkeiten also. Aber jetzt – obwohl sich an der Sachlage nichts geändert hat, und obwohl sich niemand in der türkischen Regierung für den Faschismusvorwurf entschuldigt hat, – soll alles vergessen sein. So redet jemand, der für seinen Gesprächspartner nur Verachtung übrig hat. Das ist wie auf dem Schulhof: Der Angreifer hat im Moment keine Lust auf Streit, also sagt er Sätze, die sein Opfer zuvor als Unterwerfungsgeste von sich gegeben hat: „Dialog, Freundschaft, Gesprächsbereitschaft, gegenseitiger Respekt, auf Augenhöhe…“, also genau die Floskeln, die unsere gewählten Repräsentanten unablässig in die Medienkanäle spülen. Die Islamisten in Ankara, haben verstanden wie der Hase läuft. Wenn es ihnen in den Kram passt, dann schlagen sie auf die haltungslos gewordenen Deutschen ein. Wenn sie der Meinung sind, jetzt sollte wieder Geld aus Europa fließen, dann werden einfach jene Floskeln benutzt, die heutzutage als Kernkompetenz einer erfolgreichen deutschen Politik verstanden werden.

Damit alle kapieren und damit auch dem heimischen Publikum in der Türkei deutlich wird, wer auf dem Schulhof das Sagen hat, legt Cavusoglu nach: „Wenn Deutschland sich einen Schritt auf uns zubewegt, geht die Türkei zwei Schritte auf Deutschland zu. Das ist keine Schwäche, das kommt von Herzen. Aber wenn Deutschland die Türkei bedroht, wird die Türkei zurückschlagen.“

Wir merken uns: Für die Türkei ist ein guter Dialog, wenn man vor dem Dialog mit „Zurückschlagen“ droht. In Berlin wird jetzt fieberhaft darüber nachgedacht, was die Türkei als Bedrohung auffassen könnte und es wird alles getan werden, um auch nur den Anschein eines Rückgrats zu vermeiden.

Stammesrecht an der Weinstraße

Mia ist tot. Erdolcht von einem Schutzsuchenden aus Afghanistan. War diese Tat ein Beziehungsstreit unter Teenagern oder ein Zusammenprall der Kulturen zum Nachteil von Mia und ihrer Familie?
Herr Dexheimer ist Experte. Bei Focus Online plädiert er eindeutig für das Erste https://www.focus.de/politik/deutschland/messerattacke-in-kandel-psychologe-ueber-mord-an-15-jaehriger-junge-afghanen-sind-in-gewalt-aufgewachsen_id_8138262.html.
Herr Dexheimer betreut minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan und sieht gerade bei ihnen – im Gegensatz zu manchen jungen Männern aus Schwarzafrika – Respekt und Achtung vor den deutschen Frauen. Das sei kulturbedingt, denn Frauen genössen am Hindukusch größten Respekt.
Das überrascht! In allen islamischen Ländern haben sich Frauen streng an die ihnen zugewiesenen Rollen zu halten. Afghanistan bildet keine Ausnahme, sondern ist eines der Länder, in denen Frauen am öffentlichen Leben überhaupt nicht teilnehmen. In den knapp zwei Wochen, in denen ich Mitte der 70iger in diesem Land war, kann ich mich nicht erinnern auch nur eine Frau gesehen zu haben, wenn man die Säcke, die ab und an durch die Straßen liefen, außer Acht lässt. Man konnte vermuten, dass sich hinter dem Sehgitter und dem schwarzen Überwurf eine Frau versteckt. Gesehen hat man sie nicht! Frauen sind in allen öffentlichen Belangen nicht existent. Mag sein, dass es inzwischen leichte Lockerungen gibt, aber dass Frauen Achtung genießen? Vielleicht werden Mütter, wenn sie eine halbe Schulklasse von Jungs zur Welt gebracht haben und alle häuslichen Pflichten gewissenhaft und ohne Murren erfüllen, anerkannt. Aber es ist die gleiche Anerkennung, die ein Bauer für eine Kuh aufbringt, die ordentliche Milch gibt, Kälber zuverlässig wirft und keine Arztkosten verursacht.
War also die Bluttat ein Zusammenprall der Kulturen? Ich meine ja. Freundschaften zwischen Jungen und Mädchen welche Zärtlichkeiten und sogar Sexualität mit einschließt sind in allen islamischen Ländern nicht vorgesehen. Sie gelten als todeswürdiges Vergehen daher finden sie nicht statt.
Die Ehefrau eines jungen Mannes wird von seiner Familie ausgesucht und bezahlt. Der Familie des Mädchens obliegt es streng darauf zu achten, dass das Mädchen keinerlei Gelegenheit hat, einen Jungen kennenzulernen. Junge Menschen können sich auch im Islam verlieben. Das kann zu Schwierigkeiten führen. Undenkbar ist eine sexuelle Beziehung eines Mädchens zu einem Mann außerhalb der Ehe. Sie muss als Jungfrau in die Ehe gehen. Ansonsten ist sie nicht zu verkaufen. Schlimmer noch, die Ehre der Familie ist beschmutzt, denn die Familie konnte ihr weiblichen Mitglieder nicht im Zaun halten.
Das ist – außer für Experten vom Focus – allgemein bekannt und in allen islamischen Gesellschaften selbstverständliche Regel. Außerdem ist es weniger kompliziert, als unsere Begegnung der Geschlechter: Das Mädchen hat zu gehorchen, Freundschaften gibt es nur gleichgeschlechtlich. Das Mädel wird verheiratet. Dann hat sie ihrem Mann zu gehorchen und Jungs in die Welt zu setzen. Wozu sollte sie noch gut sein? Sicherheit, Einkäufe, Entscheidungen treffen, für den Unterhalt sorgen, Verträge abschließen, die Familie nach außen hin vertreten, alles obliegt dem Mann! Wo soll hier Respekt für Frauen entstehen? Auf welchem Planeten lebt Herr Dexheimer? Will er die Pfälzer veräppeln? Will er ihnen sagen, die Paschtunen, mit die stolzesten Krieger, die dieser Planet hervorgebracht hat, seien im Grunde nichts anderes als Dornfelder schlürfende Schunkelfreunde?
Für Abdula – der 15-jährige unbegleitete Schutzsuchende – gehörte Mia ihm. Er hatte Anrecht auf das Mädchen, auch wenn die Ehe noch nicht geschlossen war. Sie hatten Zärtlichkeiten ausgetaucht. Wenn sie sich danach von ihm lossagt, hat sie das Recht auf Leben verwirkt. In seiner Heimat ist der Mord an ihr kein Delikt, das von Polizei und Staatsgewalt geahndet wird. Weshalb sollen die sich in einen Sachverhalt einmischen, der offensichtlich ist und vollkommen privater Natur? Mia hat sich unehrenhaft verhalten. Ihr gebührt der Tod. Das ist für alle einsichtig. Im besten Fall wird noch für Mias Vater ein Blutspreis ausgehandelt. Da das Mädchen sich offensichtlich nicht unter Kontrolle hatte, wird er aber gering ausfallen. Die Kuh ist auf das Nachbarfeld gerannt und wurde dort geschlachtet. Kann passieren. Gefängnis oder gesellschaftliche Ächtung ist für Abdula nicht vorgesehen.
In dieser „Geschichte“ gibt es also nur Verlierer. Abdula, der sich seinen Normen entsprechend vollkommen korrekt verhalten hat und jetzt dafür ins Gefängnis muss. Mia, die sich dem großen Gleichheitsversprechen gemäß verhalten hat und jetzt nicht mehr lebt. Die Familien der beiden jungen Menschen, die sich jetzt trösten müssen. Wobei die Familie von Abdula wahrscheinlich weitere junge Männer bereithält. Schließlich die deutsche Gesellschaft, die erneut wegen einer Bluttat mit Schutzsuchendenhintergrund verunsichert ist.
Gibt es also keinen Schuldigen? Nahm das Schicksal einfach seinen Lauf? Normalerweise gibt es Grenzen zwischen Kulturen. Diese Grenzen sind in Deutschland abgeschafft. Jeder ist willkommen. Jetzt ist es den Menschen selbst überlassen, zu schauen, wie sie mit sich und anderen kulturellen Vorstellungen zurande kommen.
Die Schuldigen? Unsere Regierung, die die Menschen, die schon länger hier wohnen den Zusammenprall zumutet. Die Medien, die solche „Experten“ wie Herr Dexheimer aufbieten und die unendliche Naivität der Deutschen.

Weihnachten

Doch noch schnell eine Art von Weihnachtsgeschichte. Jedenfalls kommen die drei nahöstlichen monotheistischen Religionen darin vor. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Marx spielen die Hauptrolle. Die beiden haben 2016 eine Israel Reise gemacht und wollten den Tempelberg in Jerusalem besuchen. Warum auch nicht! Leider wollen die Anhänger Mohammeds auf ihrem Tempelberg keine Kreuze sehen. Scheich Omar Awadallah Kiswani (der unrasierte Herr in der Mitte) erlaubte den Besuch – aber ohne Kreuz ! Die Beiden dachten sich: Wir sind in Jerusalem. Hier wurde der Herr schon einmal verleugnet. Was Petrus kann, können wir schon lange! Schnell weg mit dem Kreuz. Auf dem Bild sieht man daher nicht Tünnes und Scheel, sondern tatsächlich die höchsten Vertreter unserer beiden Kirchen: Weltoffen, bunt, Vielfalt im Herzen, einfältigem Grinsen, ohne Kreuz über der schmalen Brust und die Sonne scheint. Doch die Sonne scheint auch über dem Nest der Schlange!

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Wenn schon Jerusalem, dann auch zur Klagemauer. Auch hier legten die beiden Führer der Christenheit die Kreuze ab. Weil sie – so ihre Aussage – von den Juden dazu aufgefordert wurden.
Hendrik Broder, mit dem örtlichen Verhältnissen vertraut, konnte sich nicht erklären, wer das verlangt haben könnte. Er fragte bei den zuständigen Behörden nach, von wem und aus welchem Grund, die Kirchenführer  zur Verleugnung des zentralen Signums ihres Glaubens aufgefordert wurden. Die Antwort war eindeutig. Niemand auf jüdischer Seite hatte das Ablegen des Kreuzes verlangt. Auf Nachfrage wurde das von Bedford-Strohm und Marx auch eingeräumt. Man wollte die beiden Religionen gleich behandeln. Ein Zeichen setzen voller Demut und Rücksichtnahme.
Diese Antwort ist Petrus vor 2000 Jahren nicht eingefallen. So clever war er nicht! Zweimal verleugnen und gleich dem Juden noch eins ausgewischt! Reschspect und Frohe Weihnacht.

1. Jahrestag des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt

Orban Wallace wollte einen Film über die „Flüchtlingskrise“ im Sommer 2015 machen. Er fuhr mit seiner Kamera dafür auf die Insel Lesbos. Dort war er nicht allein. Es waren bereits hunderte von Journalisten aus aller Welt vor Ort. Man sitzt gemütlich zu Mittag als die ersten Boote kommen. Die Meute rennt an den Strand um die  „Flüchtlinge“ zu filmen. Im Off-Kommentar berichtet er, dass in den Schlauchbooten ca. 50-60 Personen sitzen, die Boote aber für maximal 15 Personen gemacht seien. Die Bilder zeigen aber: Die Boote sind voll, aber nicht überfüllt. Die Fremden wirken vollkommen entspannt und winken freundlich in die Kamera. Dann beim Anlegen geht es ein bisschen hektisch zu. Wallace: „Viele weinten, aber was sie vorfanden war eine Wand aus Kameras.“
Man muss ttt (Titel, Thesen, Temperamente) zugutehalten, dass (Sendung vom 17.12.) zu später Stunde über „Another news Story„, so der Titel der Doku , berichtet wird. Wallace muss gespürt haben, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht sogar, dass etwas vollkommen aus dem Ruder läuft. Denn er berichtet nicht mehr in erster Linie über die Welle von Menschen aus Asien, die über Griechenland hereinbricht und sich dann selbstbewusst den Weg nach Deutschland bahnt, sondern über deren mediale Begleitung.

Zum Beispiel:  Als ungarische Grenzpolizisten die Welle aufhalten sollen, schüttelt ein illegaler Immigrant, vorgeblich erregt einen kleinen Jungen und hält den Polizisten das weinende Kindergesicht entgegen. Sofort – so Wallace – filmen hunderte Kameras die Szene. Die Bilder gehen um die Welt. Die Journalisten verkaufen das menschliche Drama,  dass sie selbst unablässig befeuern – gierig nach Motiven, um den Strom der Einwanderer als arm und schützenswert darzustellen. Ein Journalist aus Spanien sagt zu Wallace: „Unsere Auftraggeber fordern von uns menschliche Storys, mehr davon, mehr davon, und dann hast du sie, und dann noch eine menschliche Geschichte und noch eine, wir fressen regelrecht menschliche Geschichten!“ Während er das sagt, sieht man hinter ihm einen Zug, der die Fremden nach Deutschland bringen soll. Passagiere – zwei junge Frauen mit Kopftuch – lachen im Abteil. Sie machen das Victory-Zeichen.
Sieg – so geht das. Die Journalisten kriegen Geld für ihre rührenden Bilder und die Eindringlinge helfen, diese zu produzieren. Es ist ein perverses Spiel. Denn die Journalisten wissen, dass das was sie berichten, so nicht stimmt – Bruno ein belgischer Journalist, erklärt z.B., dass die „Flüchtlinge“ beim Grenzübertritt nicht nach Wasser oder Essen fragen, sondern nach Strom für ihre Smartphones. Die Smartphones berichten unablässig was die Medien berichten, und produzieren ihrerseits wieder frische Bilder bis die Fremden am Ziel sind.
Der Zusammenhalt in Europa, der soziale Zusammenhalt in Deutschland, die Sicherheit deutscher Frauen, das Vertrauen in die Medien, das Parteiengefüge der BRD, Hilfe für echte Flüchtlinge, kurzum Wahrheit, Vernunft und Moral bleiben auf der Strecke, aber die Journalisten haben die richtigen Bilder im Kasten.
Hätte Deutschland einen Kanzler gehabt, der sich dem Wohl der Menschen verpflichtet fühlt, die ihn gewählt haben, dann wäre der Schaden begrenzbar gewesen. Aber wir haben eine Person, die sich willenlos den Medien verschrieben hat. Sie liebt die Medien und die Medien lieben sie. Vermutlich hält sie heute noch die mediale Vermittlung der „Flüchtlingskrise“ für die Wirklichkeit. Die Propaganda Kanzlerin (Fake News heißt das heute) als erstes und bestes Opfer der Propaganda. Aber sie muss nicht umlernen, die Folgen treffen andere.

 

Ein wenig Stolz

Mit ein bisschen Stolz hab ich es heute im Radio gehört. Unser Innenminister fordert jetzt einen weiteren Beauftragten. Bestimmt war er auf meiner Seite und hat sich gedacht: „der Opferbeauftragte kommt so gut an, da setz ich noch einen drauf: den Antisemitismusbeauftragten!“
De Maizieire ist ja beliebt, seit er seinen Wählern einfach die Wahrheit vorenthalten hat: „Ein Teil dieser Antwort würde die Bevölkerung verunsichern!“ Das war raffinierte politische Rhetorik. Inzwischen zeichnet sich ab, dass nicht nur er , sondern der gesamte Hofstaat unserer Rautenkönigin die Bevölkerung verunsichern. Das Parteiengefüge ist durcheinander. Eine Regierungsbildung nahezu unmöglich. Da kommt so ein Beauftragter zur rechten Zeit, zumal jede Menge geeignetes Personal zur Verfügung steht. Zum Beispiel Wolfgang Gideon. Er ist bereits in der AFD für Antisemitismus zuständig. Er schreibt Bücher in denen Semiten verantwortlich für das Böse in der Welt sind. Ein gestandener Mann! Allerdings ist er Deutscher und wir haben ja schon einen Pfälzer als Opferbeauftragten.

Wir wäre es mit einem Bruder von Frau Özuguz? Unschön, dass sie selbst stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD ist und ihre Brüder ganz leer ausgehen. Aber sind die Brüder geeignet? Vertreten sie bereits eine gefestigte antisemitische Haltung? Ohne Zweifel! Bruder Yavuz schreibt auf der von den Brüdern Özuguz betriebenen Seite „Muslim Markt“ Sätze, die gut zu dem neuen Amt passen: „Kritisiert man die USA als übelste Ausgeburt des kapitalistisch-imperialistischen Westens, dann hat man von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht. Kritisiert man aber die USA und Israel zusammen als übelste Ausgeburt des kapitalistisch-imperialistischen Westens, dann wird man als Antisemit diffamiert.“ Oder:
Es ist geradezu grotesk, dass die Migranten (und nicht nur die) in folgenden Grundwert integriert werden sollen „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“ , um im gleichen Atemzug mit allen Mitteln einen Staat zu verteidigen, der genau diesen Grundwert mit Füßen tritt.“ Sehr schön auch: „Die Rechtfertigung für einen derart prozionistischen Rassismus ist stets die deutsche Geschichte.“ oder, „Die Verbrechen Israels werden jeden Tag größer. Das ist auch der Grund dafür, dass mit immer dreisteren Methoden versucht wird, jeden Israelkritiker in Deutschland mundtot zu machen.“
Also das passt schon! Aber weshalb nicht gleich Abu Bakr al Baghdadi den Anführer des IS das schöne neue Amt antragen? Der IS existiert nicht mehr und damit ist der Kalif als solcher im Moment freigesetzt. Vermutlich hat Abu Bakr bereits in Deutschland Asyl beantragt oder ist auf dem Weg nach Deutschland. Es wäre ein schönes Zeichen der Teilhabe und Versöhnung, wenn man ihm das neue Amt antragen würde. Jedoch Yavuz Özuguz mag nicht ganz einverstanden sein. Nicht nur weil er neidisch auf die Beamtenbezüge des neuen Amtes sein könnte, sondern weil er meint, dass der IS selbst im Grunde eine Kampftruppe der Juden ist, um die Anhänger des einzig wahren Glaubens zu bekämpfen. Der Satz: „Die Versuche des Zionismus den Marsch zu vernichten mittels IS …http://www.muslim-markt-forum.de/t1463f2-Der-zionistische-Rassismus-der-Westlichen-Welt-kann-ueberwunden-werden.html#msg4432 lässt sich leider nicht anders deuten. Ja, man glaubt es kaum, aber es ist ein häufiger gehörter Satz bei gläubigen Muslimen. Der IS ist in Wirklichkeit eine Erfindung der gottverdammten Juden! Politisch ist das ohne Sinn aber da der Islam vollkommen ist, kann es nicht sein, dass in seinem Namen schlechte Dinge passieren und schlimmer noch, dass der IS den Krieg verloren hat. Der Islamische Staat kann somit nicht islamisch sein. Für die Schiitien steckt hinter allem Bösen ohnehin der Jude, und weil der IS auch gerne Schiiten schlachtet MUSS Israel dahinter stecken. Und die Özugus-Brüder sind gläubige Schiiten.

Ich vermute, AFD-Gideon dürfte vor Neid über die Klarheit, Schroffheit und Unerbittlichkeit dieses islamischen Israelhasses erblassen. Aber er ist halt kein Linker, ja schlimmer noch Deutscher und hat leider keine Schwester in der Parteizentrale der SPD.
Von links bis rechts – vor allem Dank der Religion, die jetzt neu zu Deutschland gehört, -gibt es ausreichend Kandidatenmaterial für das neue Amt.
Sollte de Maizieire aber einen Beauftragten gegen Antisemitismus wollen, dann wird nicht nur die Kandidatensuche erheblich diffiziler sondern auch die Amtsbezeichnung länger. Dann sucht er einen Antiantisemitismusbeauftragten.

Das Jahr geht – der Opferbeauftragte kommt.

Wo es Opfer gibt, sollte der Beauftragte nicht weit sein. Für die Opfer des Anschlages vom 19. Dezember auf den Weihnachtsmarkt in Berlin, gab es den Beauftragten noch nicht. Endlich haben wir ihn und alle sind sich einig, dass wir ihn brauchen. Es wird neue Opfer geben, das bringt der Lauf der Zeit einfach mit sich. Auf einem Volksfest, beim Bummeln durch die Großstadt, beim Würstelstand, überall kann geopfert werden und da ist es gut zu wissen, dass es ihn gibt. Man wendet sich an ihn und die Dinge werden schnell und mit relativ übersichtlichen Formularen geregelt.
Das ist ein Fortschritt und man muss den jungen Männern, die uns in diesen Status heben, fast ein wenig dankbar sein.
Ob Björn Höcke ein Fall für den Opferbeauftragten ist, muss vielleicht noch geklärt werden. Höcke hat ja das Holocaustdenkmal vor seine Haustür hingestellt bekommen und er und seine Familie wurden über Monate von einer privaten Organisation beschnüffelt. Also schnell zum Opferbeauftragen? Anderseits hat Höcke nach Ansicht seiner Gegner Veranlassung gegeben, mit ihm solche hässlichen Dinge zu machen. Zum Beispiel hat er gesagt, wir brauchen eine andere Erinnerungskultur. So etwas geht natürlich gar nicht! Tabubruch muss streng geahndet werden. Also Höcke – selbst schuld! Aber gilt das nicht auch in gewissen Maß für die Besucher von Weihnachtsmärkten? Sie essen Schweinsbratwürste und trinken zum Teil erhebliche Mengen von berauschenden Getränken. Dadurch verunglimpfen die Besucher eine ehrwürdige Religion und deren Anhänger. Auf Grund ihres Religionsverständnisses und den heiligen Versen ihrer zentralen Bekenntnisschrift haben sie in gewisser Weise das Recht, sich durchzusetzen. Sonst wären sie wiederum Opfer und das kann man eigentlich mit den edlen Wüstensöhnen nicht machen.
Der Opferbeauftragte wird eine respektable Challenge auf der Karriereleiter werden.  Mit dem liebenswerten Pfälzer Kurt Beck als ersten Opferbeauftragten haben wir schon jetzt eine charismatische Führergestalt.
So geht beruhigt und ereignisfroh der Blick in das Neue Jahr. Unsere Regierung – eigentlich gar nicht richtig im Amt, – lässt uns nicht im Stich! Sobald der Opferstatus nach außen hin manifest geworden ist,  schickt sie uns den Opferbeauftragten.

Der US-Präsident kann von den Deutschen lernen wie harmonisch, junge islamische Migranten und eine alteingesessene etwas aus der Mode gekommene  autochthone Bevölkerung (bis auf Weiteres) gemeinsam existieren können!

Flieh, flieh! und erlösche nie!

Am 9. Dezember soll in Stuttgart „für eine Welt, in der niemand fliehen muss“ demonstriert werden.

Flucht_Demo

Eine schöne Forderung, die man aus dem feinstaubzerfressenen Stuttgart in die Welt hinausposaunen kann und auf jeden Fall 100 Prozent auf der Seite des Guten steht! Warum nicht gleich: „eine Million Euro für jeden“? Auf einem Kirchentag ist das bestimmt ne schöne Nummer. Alle singen „Hosianna“.
Panzer und Bomben deuten an, dass die Hauptfluchtursache Krieg ist. Flüchtlinge aus Bürgerkriegsstaaten (Irak, Syrien beide inzwischen nahezu befriedet) sind aber unter den Menschen, die in Deutschland Schutz einfordern und einklagen (offene Fälle an deutschen Gerichten: 350 000), die Minderheit. Außerdem leben Syrer / Iraker in ihren Nachbarländern ohne Bedrohung und werden im Allgemeinen gut versorgt. Die Fluchtursache aus anderen Ländern ist der Wunsch nach Besserstellung. Die Leute bekommen in Deutschland eine Rundumversorgung. Deshalb werden junge Männer nach Europa geschickt. Hier kriegen sie alles und können Geld nach Hause schicken. Zusätzlich wird gefordert, dass die Familie nach Deutschland nachkommen darf.  Bisher war der Familie nicht aufgefallen, dass sie fliehen muss. Der Clan soll wenigstens in Teilen nach Deutschland nachziehen. Andere Teile verbleiben, denn Häuser, Autos, Felder werden nicht aufgegeben. Wenn das aufnehmende Land am Ende ist, können die Geflüchtenden wieder zurück. Mag zynisch klingen, aber ich denke es trifft die Realität ziemlich genau,  jedenfalls für den größten Teil der hier ankommenden.

 

Damit die schon länger hier wohnenden und arbeitenden nicht auf solche Gedanken kommen, sehen wir auf dem Bild nicht junge Männer am Flüchten sondern eine idyllische Kleinfamilie. Die dargestellte Familie gibt es vor allem in einer spät industriellen Gesellschaft, in der viele Kinder ein Armutsrisiko darstellen. Im Europa umschließenden Islamgürtel ist sie eine unnatürliche Ausnahme.

Die Abbildung: Vater, Frau im Knierock, Mädchen mit Pippi Langstrumpf Zöpfen, zielt auf das Moralgefühl der hier lebenden Menschen. Tatsächlich wäre eine Reihe junger Männer schlendernd mit Smartphone, die korrekte Darstellungsweise.   Der wirkliche „Flucht“-grund wird zudem verschleiert: Bevölkerungsexplosion.  Die jungen Männer finden in ihrer Heimat keine Anstellung.  Wie gern folgt man da der Einladung der Kanzlerin.

Die nackte Wahrheit interessiert aber niemanden. Damit lässt sich niemand mobilisieren. Und die Seelenmassage, dass man zu den wirklich aufrechten und guten Menschen gehört, wenn frau/man immer mehr Flüchtlinge fordert, gibt es dadurch auch nicht. Also weiter mit der Invasion, bis auch die abgebrühteste Linke und die dusseligste Grüne aus dem bunten Traum erwacht. Klar, ist es zu spät. Aber jede große Zivilisation ist zu Grunde gegangen. Dass ausgerechnet Europa an gnadenloser Dummheit krepiert, ist grausame Ironie der Geschichte

Bunt – Bunter – Burlin!

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Werbung unter den Linden

Berlin – Die Straßenreinigung nennt sich Räumschiff. Auf dem Gehweg übt ein junger Mann Ballett. Drei ambulante Pflegedienste im Abstand von 100 Meter in einer Seitenstraße in Charlottenburg. In der U2 verkauft ein junger Mann mit Undercuthaarschnitt und Krücken eine Zeitung für Obdachlose und bittet falls man die Zeitung nicht erwerben möchte, „um eine geringfügige Spende als Option einer kleinen warmen Mahlzeit“. An der nächsten U-Bahn-Station wird er ersetzt durch einem älteren Mann – vermutlich aus Südosteuropa – der keine wohlgesetzte Rede schwingt, dafür aber ein Orchester versteckt in seinem Rucksack mit sich führt. Seine Mundharmonika unterstützt solistisch die Arbeit des Orchesters in voller Lautstärke. Am Kottbusser Tor geht’s zur Ausstellung: Andere Heimaten: Herkunften und Migrationsrouten von Drogenhändlern in Berliner Parks. Das Friedrichshain-Kreuzberg Museum stellt aus.
Eintritt wird keiner verlangt. Auf Tischen reihum liegen Presseerzeugnisse, die sich mit dem Drogenhandel im Görlitzer Park beschäftigen. Im Ausstellungstext heißt es: „Durch die Fokussierung auf die Herkunftsorte und Migrationsrouten von afrikanisch stämmigen Park- Drogenverkäufern versucht die Ausstellung die post-kolonialen Abstraktionen unter der Überschrift „Afrika“ aufzubrechen und den Blick auf die Hassfigur „Drogendealer“ zu versachlichen.“ http://www.andereheimaten.website/
In dem Ausstellungsraum stehen ca. zehn Pappfiguren aus Karton. An jeder dieser Figuren hängen kleinformatige Fotos – Bilder von den Orten, aus denen jeweils ein Drogenhändler stammt. An einer Wand hängen 2-3 Landkarten. Hier sind die Routen eingezeichnet, die die jungen Männer nach Berlin gewählt haben. An zwei Computern kann man fiktive Reisen in die Herkunftsländer der Drogen-Business-Consultings buchen – nicht wirklich anschaulich, in dünner Schrift auf einem großen weißen Monitor. Mehr ist nicht.
In mir ist nichts „aufgebrochen“. Vielleicht weil ich keine Abstraktionen post-kolonialer Art zu Afrika habe? Man fragt sich die ganze Zeit, was hat man diesen Leuten in den Tee gegeben, dass sie so einen Schwachsinn als Ausstellung und „Kunst“ präsentieren? Selbstredend kein Wort zu den Opfern der Drogenhändler! Kein Wort zu Beschaffungskriminalität – also zu den Opfern der Opfer der Drogenhändler. Aber vermutlich soll so ein Gedanke gerade durch das Geschwurbel von post-kolonial verhindert werden.

Weiter mit „Desintegriert Euch!“ so der Titel des 3. Berliner Herbstsalons im Maxim Gorki Theater im Kronprinzenpalais. Allererste Adresse in Berlin direkt an der Prachtstraße „Unter den Linden“ neben der Humboldt Universität.
Zu sehen ist z.B. ein Baseballschläger mit der Aufschrift: „Dem Deutschen Volke“ von Miro Kaygalak.

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Deutsches Volk – gibt es doch gar nicht

Miro ist „Errorist“. „Als politisches Instrument untersucht Errorist die grundsätzlichen Widersprüche sozialer Systeme als politisches Instrument, um die Organisationsprinzipien, durch eine Zerstörung von innen, zu beleuchten.“ Das steht so – mit Zeichensetzung – tatsächlich im sorgfältig aufgemachten dickwandigen Ausstellungsheft.
Viel softer ist die Aktion von Selma Selman aus Bihac. „Die Fotoserie von Selma Selman zeigt die Künstlerin beim Verrichten ihrer Notdurft. Damit will sie auf den Genozid an den Roma während des Nationalsozialismus aufmerksam machen. Den Bezug zum Dritten Reich vermittelt sich durch den Ort der Aktion. Denn die Wiese, auf der die Künstlern hockt (nicht so scheu: brunßt und scheißt) ist der ehemalige Adolf-Hitler-Platz in Weimar“.
Eine originelle Aktion. Braun auf braun. Für Selma ein Kunstpreis! Das haben sich die Nazis echt verdient!
Manaf Halbouni mag es größer und geruchsneutraler. Die Botschaft ist aber die gleiche: IHR SOLLT SÜHNEN! Für die Nazis, den Syrienkrieg, für alles, auch wenn ihr noch nie in Syrien ward oder jünger als 90 seid! Das Kunstwerk ziert das Brandenburger Tor. Drei Busse, die  zuvor vor der Frauenkirche in Dresden aufgestellt waren, dürfen nun die Berliner zur rechten ähh richtigen Moralgesinnung führen. „Das Monument bezieht sich auf ein Bild aus Aleppo, auf dem eine von Zivilisten errichtete Straßensperre zum Schutz vor Scharfschützen zu sehen ist.“

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Die Schützen dürften inzwischen auch hier sein.

Es sind nicht die echten Busse aus Aleppo. Es sind irgendwelche Busse, die man hochkant aufgerichtet hat. Ich frag jetzt nicht, ob man das Geld nicht besser Opfern dieses Krieges gegeben hätte. Wahrscheinlich ist so ein Gedanke unendlich spießig.
Um den Spießer zu vertreiben, geht man lieber am 8. Dezember bei freien Eintritt ins Studio R des Gorki Theaters, wenn über „Holocaust, Sexualität, Stigma“ gesprochen wird. Moderiert von Dr. Birgit Bosold (Berlin) sprechen Prof. Dr. Jennifer Evans (Ottawa), PD. Dr. Susanne Heim (Berlin) u.a. über: „welche Bedeutung hat die Geschichte der Sexualität_en für unser Verständnis des Holocaust?“.
Keine Bedeutung vielleicht? Nein, auf keinen Fall! Sexualität_en ist die Grundlage von allem. Irgendwie! Das passt scho! In Berlin immer.

Reisen lohnt sich.

Wer es nach Griechenland schafft wird belohnt. Der illegale Grenzübertritt bedeutet ein „Startguthaben“ in der Heimat zwischen 500.- und 1500.- €. In diesem Jahr haben mehr als 16 000 Migranten das „Angebot“ angenommen. Die meisten Migranten stammen aus Pakistan, Bangladesch, Afghanistan und Nordafrika.
Ob Migranten aus Albanien ebenfalls eine Rückkehrhilfe erhalten lässt der Artikel (FAZ 11.11.17; S6) offen. Sie hätten ohnehin keine Chance Asyl in der EU zu erlangen. Warum eigentlich nicht? Gibt es in Pakistan, Bangladesch, Nordafrika (ausgenommen in Libyen aber Libyer beantragen kein Asyl) Bürgerkriege? Die Situation in Afghanistan kann man nur schwer als Bürgerkrieg bezeichnen.
Was tut sich an der Grenze? Die täglichen Ankünfte in Griechenland: März 56, Juli 87, August 156, mehr als 200 im September. Insgesamt bisher 150 000. Das Jahr ist noch nicht rum. Bis Ende des Jahres haben wir somit allein an der Südostgrenze die Obergrenze von 200 000 knapp erreicht.
Was macht Erdogan mit den Merkel Milliarden? Interessiert offensichtlich keinen mehr. Es ist Jamaika und wir brauchen den Familiennachzug zwecks Integration.
Die Bangladeschis, Pakistanis, Tunesier, Algerier, Marokkaner, Afghanen, haben alle mehrere Ländergrenzen überquert um in die Türkei zu gelangen. Das heißt, die Türkische Republik hat diese Menschen bewusst einreisen lassen. Nach allem Augenschein halten sich die Schutzsuchenden auch nicht im Lande auf. In der Türkei sieht man – bis auf Syrer in manchen Städten – keine Migranten. Eine Vermischung, wie sie bei uns überall sichtbar ist, ist in der Türkei undenkbar.
Das bedeutet, diese Personengruppen werden als Kontingente gezielt an die Grenze nach Griechenland geschafft und dann in die EU befördert. Ein freies Florieren durch die Türkei lassen die Behörden nicht zu.
Die Überschrift über dem knappen FAZ Artikel lautet: Viele Migranten verlassen freiwillig Griechenland. Ich komme auf 10% ausbezahlte „freiwillige“ Rückkehrer.

Bedauerliche Zwischenfälle

In der FAZ von gestern (11.11.17; S 9) – erfährt der Leser in einer kurzen Notiz von einer Bluttat, die in Karlsruhe am 18. Mai stattgefunden hat. Wegen Mordes an seiner sieben Jahre alten Stieftochter muss ein 29-jähriger Mann lebenslang ins Gefängnis. Das Gericht stellte fest, dass der Mann gewaltsam in die Wohnung einer Freundin seiner Frau eingedrungen ist. Er hat die Tür eingetreten, dann hat er die Tochter seiner Frau in den Flur gezerrt und mit acht Messerstichen so schwer verletzt, dass „die kleine Emelie“ vier Tage später den Verletzungen erlag. Das Motiv war nach Überzeugung des Gerichtes Rache. Nach häuslicher Gewalt habe sich seine Frau von ihm trennen wollen und war in die Wohnung der Freundin geflüchtet. Daraufhin habe der Mann ihr durch die Tötung des Kindes „größtmöglichen Schmerz zufügen wollen“.  Man darf annehmen, dass dies dem 29-jährigen gelungen ist.

 

Ein bedauerliches Familiendrama also. Mehr erfährt der Leser der FAZ nicht. Ist es von Bedeutung, dass der 29-Jährige aufgrund seiner Staatsangehörigkeit Kamerun, gar nicht in Deutschland hätte sein dürfen – wie auch jener Pakistaner, der in Hamburg seine 2-jährige Tochter geköpft hat. Ob der Pakistaner sich an seiner Frau wegen unbotmäßigen Verhaltens rächen wollte, muss noch vor Gericht geklärt werden. Der „Palästinenser“ Ahmad A., wollte sich im Sommer jedenfalls „stellvertretend für das Unrecht, das aus seiner Sicht weltweit Muslimen zugefügt wird“ (FAZ 11.11.17; S.4) rächen. „Er habe möglichst viele deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens töten wollen.“ Ort: Supermarkt Hamburg. Opfer: 1 Toter, 6 Verletzte. Selbstredend wollte sich auch Anis Amri rächen – und nach geltendem Recht, hätte keiner von ihnen sich in Deutschland aufhalten dürfen.
Zurück in Karlsruhe lesen wir in der BNN (8/11/17; S17): „Der Angeklagte floh (vor was, vor wem, weshalb?) vor sechs Jahren nach Europa. Ein Asylantrag des 29-jährigen in Belgien wurde abgelehnt, daraufhin zog er weiter nach Deutschland. Nicht ganz geklärt ist bis heute die wahre Identität des Angeklagten. Bei seiner Festnahme ging die Polizei aufgrund eines Dokumentes davon aus, dass der Mann 33 Jahre alt sei. Kurz vor der Hauptverhandlung präsentierte der Angeklagte jedoch seinen Ausweis demzufolge er 29 Jahre alt sei.
Für die kleine Emelie spielt das jetzt keine Rolle mehr. Wie auch für Maria L., die in Freiburg von einem minderjährigen mindestens 25 Jahre alten „Flüchtling“ aus Afghanistan (mit Wohnsitz Iran) vergewaltigt und ertränkt wurde. Aber was soll`s – sie alle starben letztlich für den guten Zweck: ein weltoffenes, diversitäres, buntes und vielfältiges Deutschland.

Inside Islam

Im Jahr 2016 war Constantin Schreiber in Moscheen in Deutschland und hat dort den Freitagspredigten zugehört. Seine Erfahrungen hat er in einem Buch mit dem Titel „Inside Islam“ gesammelt. Es kostet einige Mühe diese Predigten zu lesen. Kaum vorstellbar, dass solche Predigten in christlichen Kirchen gehalten werden könnten. Das Leben in Deutschland wird überwiegend ausgeblendet oder negativ dargestellt. Die Themen sehr häufig politisch. In den Moscheen der türkischen Ditib, wird die Güllen Bewegung und der Putsch angesprochen. Es werden die Märtyrer beschworen. Das Einstehen für Volk und Vaterland wird glorifiziert. Mit Volk und Vaterland ist natürlich nicht Deutschland gemeint. Die arabischen Predigten wenden sich häufig gegen Assad und den Krieg.

Die Anschläge die in Deutschland im 2016 verübt wurden, sind in den 13 beschriebenen Predigten kein Thema. Aber Weihnachten und Neujahr werden als Gefahr für den Islam angesehen. Die Gläubigen sollen sich von dem Fest fernhalten. Freundschaften mit Ungläubigen werden als negativ bewertet. Dankbarkeit für die Aufnahme so vieler Flüchtlinge ist keinem der Vorbeter ein Hinweis wert. Vielmehr sollen sich die Zuhörer nicht von dem Geld und den Verlockungen des Westens verführen lassen.

Die Gebetsräume sind zum Zeitpunkt der Predigt: freitags um 13:30 Uhr immer überfüllt. Oft müssen die Zuhörer in den Gängen Platz finden. Die Besucher sind überwiegend junge Männer – häufig auch Schüler. Flüchtlinge – erkennbar an ihrem Arabisch – gehen ebenfalls zahlreich in die Moschee. In keiner der Moscheen wird auf Deutsch gepredigt. Constantin Schreiber sucht jeweils nach der Predigt das Gespräch mit dem Imam. In den meisten Fällen, wird ihm das verweigert. Die Begründungen wirken fadenscheinig. Wird ein Gespräch gewährt, reichte das Deutsch des Imam nur in einem Falle aus.

Das Fazit von Herrn Schreiber: die von ihm besuchten Predigten können höchstens in einem Fall als positiv für Integration angesehen werden. Ich bin mit dieser Wertung nicht ganz einverstanden aber es wurde darauf hingewiesen, dass Bildung für Anhänger Mohammeds ein hoher Stellenwert haben sollte.

In keiner Predigt wurde zum Kampf gegen die Aufnahmegesellschaft aufgerufen, aber in fast allen Fällen war eine starke Ablehnung gegenüber die Gesellschaftsordnung in unserer Heimat spürbar.

Eine Überwachung der Predigten durch staatliche Instanzen findet nicht statt. Die Zahl der Moscheen ist den Behörden unbekannt. Viele Versammlungsorte sind nach außen hin nicht erkennbar. Manche der angegebenen Adressen existieren nicht mehr. Andere Moscheen findet der Autor nur durch Tipps von Freunden.

Aus theologischer Sicht sind die Predigten nüchtern. Wenig Gleichnisse. Häufige Warnungen vor der Strafe Allahs. Sehr konkrete Aufforderungen Geld zu spenden. Wer Geld spendet – für die Moschee, für das Opferfest – erwirbt sich Lohn bei Allah. Der Platz im Paradies rückt nah. Ständige Hinweise, was erlaubt und verboten ist. Die Strafe für Verbotenes wird in einer Predigt so ausgemalt: Feuer das 1000 Jahre geschürt wird, bis es rotglühend ist, dann weitere 1000 Jahre, bis es weißglühend wird, dann weitere 1000 Jahre bis es ganz schwarz geworden ist, in diesem Feuer werden die Sünder und Leugner in der Hölle schmoren.

Einige Predigten begannen mit dem Satz: „Wen Allah in die Irre führt, der kann nicht rechtgeleitet werden und wer Recht geführt wird, der kann nicht irregehen“.

Für mich bezeichnet dieser Satz den Islam vor der Politisierung dieser Religion: „Kismet“ – alles liegt in der Hand und in der Voraussicht Allahs. Des Menschen Streben ist eitel, deshalb braucht er sich nicht zu sehr bemühen, letztlich entscheidet Allah allein über Hölle oder Paradies. Dieser Islam ist in den Hintergrund gerückt. Jetzt geht es darum die Welt im Sinne des Islam zu erobern und zu unterwerfen, mit der Begrünung: „Der Islam ist die Lösung!“

Sherwood Forest

In der Bücherei. Während ich mir das Angebot an CDs angucke, verfolge ich mit halben Ohr, die Neuanmeldung einer Dame mit afrikanischem Hintergrund. Sie spricht kein Deutsch. Die Büchereiangestellte ist die Freundlichkeit in Person. Die Szene lässt mich an einen Eincheckvorgang in ein 5 Sterne Hotel denken. Die Neudeutsche und Neukundin ist sich bei manchen Angaben nicht ganz sicher. Alles wird mit einem Lächeln übergangen. Irgendwie bin ich gebannt von der Szene. Die Dame aus Afrika ist jung, vorteilhaft gekleidet, irgendwelche Blessuren, die sie von den Kämpfen in ihrer Heimat davongetragen haben könnte, sind nicht zu sehen.

 
Nachdem der Anmeldevorgang abgeschlossen ist, und sich die Neukundin entfernt hat, frage ich die Angestellte, ob die Dame aus Afrika auch die Mitgliedsgebühr entrichten muss. „Nein, Jugendliche und Menschen ohne Erwerbstätigkeit sind von der Gebühr befreit!“ „Das heißt“, stelle ich fest, „dass ich doppelt bezahle. Einmal durch meine Steuergelder, die das alles hier überhaupt möglich macht, und aus der anderen Hosentasche wird mir noch der Jahresbeitrag herausgeholt!“ Ein Mann fühlt sich aufgerufen der Bibliothekarin zur Seite zu springen: „Hören sie doch auf, mit dem rechten Gelaber! Seien Sie doch froh, dass Sie arbeiten dürfen!“ Ich: „Nein, ich bin nicht froh, ich stehe morgens früh auf und komme abends müde nach Hause! Und ich werde doppelt zur Kasse gebeten.“ Die Bibliothekarin: „Die Frau soll integriert werden. Dazu ist es doch gut, wenn sie Bücher ausleihen kann um Deutsch zu lernen!“ Ich: „Mag sein, aber dafür gibt es doch Integrationskurse, die ich ja auch bezahle, ohne dass mich jemand gefragt hätte, ob ich diese Menschen überhaupt hier haben will!“ Der Mann: „Seien sie doch froh, dass es ihnen so gut geht. Es ist doch schön, wenn wir den Menschen helfen können.“ „Ich helfe Menschen gerne, aber ich will entscheiden, wem ich helfen will und zwar Menschen, denen ich vertraue. Ich kann es noch akzeptieren, dass ich Mitbürger in meinem Land helfe, ohne gefragt zu werden. Aber, ich werde gezwungen allen Menschen zu helfen, die es über die Grenze nach Deutschland schaffen.“ Mann: „Die Menschen kommen doch nicht ohne Not zu uns!“ Ich: „Aber wer definiert das? Die Fremden, die ich sehe, sind nahezu alle jung, sehr gut gekleidet, haben ein lässiges Auftreten, und beschäftigen sich überwiegend mit ihrem Smartphone, während sie vormittags durch unsere Stadt schlendern!“ Wahrscheinlich, will er jetzt nicht wieder „rechtes Gelaber“ sagen, daher wechselt er das Thema: Wenn ich mir die Bücher einzeln kaufen müsste, dann wäre das doch viel teurer, als den Jahresbeitrag, den ich bezahlen muss.
„Aber ich zahle ja nicht nur den Jahresbeitrag, sondern durch meine Steuern auch die ganze Bücherei. Und wenn ich das alles nicht zahlen müsste, hätte ich Geld mir die Bücher zu kaufen, die ich wirklich haben will. Aber so bin ich drauf angewiesen, was die Stadt auswählt. Außerdem zahlen die Steuern alle! Ich kenne viele Menschen, die viel weniger verdienen als ich, die abends zu müde sind, um noch Bücher zu lesen. Die würden sich freuen, sie würden mehr verdienen, dann könnten sie Arbeitsstunden reduzieren, und hätten vielleicht mehr Zeit. Aber auch die müssen den Mitgliedsbeitrag bezahlen, ohne je ein Buch zu leihen. Während Menschen, die noch nie in ihrem Leben einen Cent in die Kassen der Allgemeinheit einbezahlt haben, und von denen wir lediglich hoffen, dass sie es zukünftig einmal tun, kriegen alles umsonst hingeworfen.“
Damit bin dann abgezogen. Beim Gehen hörte ich noch, wie die Büchereiangestellte sich bei dem Mann bedankte, dass er sie so gut unterstützt hat.

 
Inzwischen hat sich ganz Deutschland in Sherwood Forest verwandelt! Nehmt es den Reichen und stopft es den Armen in die Taschen! Was gibt es Schöneres als sozial zu sein, und die anderen dafür bluten lassen! Aber keiner fragt, ob der „Reiche“ wirklich so reich ist Oft sind es Leute die den ganzen Tag arbeiten und grad so viel verdienen, um über die Runden zu kommen. Und durch Merkels großherzige Einladung an die Jugend der Welt, ist vollkommen unklar, ob die Hinzugekommen tatsächlich arm sind. Die Afrikanerin hat auf mich keinen armen Eindruck gemacht. Verhalten und Kleidung ließen eher auf obere Mittelschicht schließen. Es genügt Ausländer in Deutschland zu sein. Die Leistungen fließen. Solange die Deutschen alles mitmachen, solange sie sich voller Stolz im Spiegel betrachten, und sich als Robin Hood fühlen, solange dürfen die Hinzugekommenen auch erwarten, dass man sie für diese wohlige Gefühlt ordentlich freihält.

Keep on rocking in the free world!

Manchmal sind es kurze Meldungen, die einem nachdenklich machen. Um 5 Uhr am Dienstagmorgen, so schreibt die BNN in ihrer Ausgabe am 5. Oktober, hat es die Bruchsaler Polizei mit einer Gruppe von aggressiven Jugendlichen zu tun. Bei der „Gewahrsnahme“ einiger Beteiligter wird ein 18-Jähriger gegenüber den Beamten handgreiflich. Er nimmt eine Polizeibeamtin in den „Schwitzkasten“. Nachdem sie sich aus dem Würgegriff befreien kann, zerrt er die vermutlich junge Frau an den Haaren. Dann tritt er auf weitere Beamte ein, und fügt ihnen leichte Verletzungen zu. Leider erfährt der Leser nicht, weshalb die Polizei überhaupt gerufen wurde, lediglich, dass die Gruppe aggressiv war, aber nicht gegenüber wem. Wie mag sich die Polizeibeamtin jetzt fühlen, nachdem sie körperlich angegriffen und gedemütigt wurde? Wie verhalten sich diese „Jugendlichen“ wohl gegenüber BürgerInnen, die einfach schlichten wollen, alleine sind und nicht über Sprechfunk verfügen? Aber vielleicht gab es solche Übergriffe ja schon immer, und wir müssen uns keine Sorgen machen. Anderseits liest man davon, dass respektloses Verhalten auch vor RichterInnen nicht mehr Halt macht und deshalb vermehrt Personal eingestellt wird um in Gerichtssälen für Sicherheit zu sorgen. Die Polizistin und ihre KollegInnen mögen sich damit trösten: Die Gefährdungen nehmen zu, aber das ist der Preis, den fast alle in der offenen Gesellschaft bezahlen.

 

 

3. Oktober – Tag der offenen Moschee

Die Sütcü Imam Moschee liegt zentral in der Stadt von der Straße leicht nach hinten versetzt. Mein Rad schließe ich nicht ab. Vor einer Moschee ist sicherer als vor einer Polizeistation. Bein Eintritt ist alles hell und freundlich.  Unten sitzen Gläubige an einem langen Tisch bei feinen türkischen Häppchen und Tee. Ich geh gleich die Treppe hoch und schon spricht mich eine ältere Dame an, – giftgrüne Kopfbedeckung, langer schwarzer Übermantel – ob sie mir die Moschee zeigen und meine Fragen beantworten dürfe. Der Gebetsraum sind eigentlich zwei Gebetsräume. Der große Raum schön eingerichtet mit grün angeleuchteter Kibla und den Namen Allahs an den Wänden und ein zweiter – kleiner schmuckloser Raum. Die Dame erklärt, dass der kleine Raum den Frauen vorbehalten ist. Im Laufe des Gesprächs – währenddessen uns 4-5 Männer und eine Frau umstehen, die sich zeitweilig an den Erläuterungen beteiligen – erfahre ich Folgendes:
– Der Imam stammt aus Ankara – gesandt von der Religionsbehörde, dies habe aber nichts mit der Erdogan und seiner Regierung zu tun. (Der Imam stand ebenfalls dabei. Er wirkte auf Grund der Statur, dem schwarzen Bart und des stechenden Blicks eher wie ein Ringer – aber wahrscheinlich tue ich einer spirituell fein gestimmten Seele tiefes Unrecht!)
– Die Freitagspredigt wird auf Türkisch gehalten. Der Imam versteht kein Deutsch.
– Meine Gesprächspartnerin trägt ihre Verhüllung zum Schutz. Auf meine Nachfrage, gegen wen der Schutz notwendig sei und von wem sie sich bedroht fühle, antwortet sie, ihr Glaube schreibe dies vor
– Auf meinen Einwand, dass ich mich bedroht fühlen würde, von einer Person, die offen zeigt, dass sie mit christlichen Werten nichts zu tun haben möchte, ernte ich Unverständnis. Auch Nonnen seien bedeckt! Ich: Richtig, aber diese religiöse Bekleidung schließt auch Mönche ein. Während die anwesenden Herrschaften und selbst der Imam normal bekleidet seien.
– Überall sind Muslime bedroht und seien Opfer! (Mein armes Fahrrad wird wahrscheinlich gerade von christlichen Glaubensfanatikern zerhackt.) Auf meine Nachfrage, wo denn genau Muslime Opfer seien, wird Syrien genannt und überhaupt überall. Ich entgegne in Syrien seien doch gerade Alawiten und Christen häufig Opfer und aufs Äußerste bedroht. Der Islamische Staat erklärt ganz offen, dass alle Alawiten getötet werden und die Christen für immer die Levante verlassen müssten. Ebenso die Hamas gegen Israel – schwarz auf weiß nachzulesen in ihrer Charta: „Kampf bis zur Vernichtung“. In Ägypten sind nahezu täglich Christen Opfer von Anschlägen und auch in Europa soll man inzwischen von solchen Dingen gehört haben.
– Das hat nichts mit dem Islam zu tun! Der Islam ist Frieden! Im Koran Sure 5, 32 heißt es unmissverständlich: „Wer einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet“. (Ich lasse das so stehen und sage nicht, dass der Koran den Talmud zitiert. Man kann durchaus der Meinung sein, dass dieser Satz für Muslime keine Gültigkeit besitzt, denn schon im nächsten Vers (33) heißt es: „Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen, auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), dass sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder dass ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden…“).
– Die Medien lügen allesamt und berichten falsch über den Islam! Es geht ums Öl. Wer verkauft die Waffen an die armen Menschen? (Gemeint sind anscheinend USA, Israel, Russland – der ungläubige Westen).
– Der Koran ist das wahre Wort Gottes. Denn er wurde direkt von Gott an Mohammed gegeben, also direkt vom Erzengel Gabriel Mohammed in die Feder diktiert. Mohammed konnte nicht schreiben, also deshalb hat er das Wort Gottes / Gabriels einem Schreiber diktiert. Nein, bei diesem Prozess der Weitergabe von Gottes Botschaften seien keine Fehler passiert.
Meine Fragen werden höflich beantwortet. Und ich bin auch höflich. Unterschwellig ist zu spüren, dass ich ein fremdes Tier in ihrer Welt bin. Sie haben auf alles eine Antwort – die gleichen Schablonen, die von hier bis nach Indonesien in den Köpfen der Gläubigen fest verankert sind. Höflich werde ich noch zum Tee eingeladen, aber ich muss ablehnen, da ich ja noch der Ahmadiyya Muslim Jamaat meine Aufwartung machen muss. Mein Rad steht friedlich und intakt vor der Moschee und ich fahre die wenigen Meter weiter zur pakistanischen Variante des wahren Glaubens.

Die Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) liegt in einem kleinen Industriegebiet direkt gegenüber einer Unterkunft von Schutzsuchenden aus islamischen Ländern, die  vor Krieg und Terror geflohen sind.
Die Moschee ist neu. Von einem Zaun umgeben. Ausschließlich Pakistaner und ausschließlich Männer sitzen am Eingang. Ich werde zum Männereingang der Moschee geleitet. Man kennt mich von einem früheren Gespräch und so wird mir ein offensichtlich höher gestellter Pakistani zugeteilt. Hier stehen mehrere Männer um uns herum und verfolgen das Gespräch und machen einige Einwürfe. Auch hier ist der Gebetsraum für Männer und Frauen streng getrennt. Der Vorbeter ist immer männlichen Geschlechts. Der Vorbeter steht im Männerraum. Seine Worte werden per Mikrophon den Frauen, die abgetrennt und unsichtbar in einem Nebenraum harren, übertragen.
– Die Predigt werde auf Urdu und manchmal auf Deutsch gehalten.
– Männer sollen sich in einer Moschee ganz auf Gott konzentrieren. Die Anwesenheit von Frauen störe die Zwiesprache mit Gott. Mein Einwand, dass Christen – und soweit ich weiß auch viele andere Religionen – es durchaus schaffen, sich trotz der Anwesenheit des anderen Geschlechts auf Gott zu konzentrieren – wird mit der Art der Glaubenshandlung beantwortet. Während Christen in der Kirche mehr oder weniger sitzen, beugen sich Muselmanen knieend nach vorne.
– Männer fühlen sich unter Männern wohler, als in gemischten Gruppen
– Kloster und Keuschheit sind unnatürlich. Allah hat die Menschen zum Kinderkriegen geschaffen – auf meinen Einwand, dass das ja gerade die Sphäre des Religiösen ausmacht, der Verzicht auf Sexualität, dass das den Menschen eben vom triebgesteuerten Tier unterscheidet, wird wiederholt: Das ist unnatürlich.
– Die Ahmadiyya seien aus Pakistan weggegangen, weil sie nicht als Religion anerkannt seien. Sie würden verfolgt. Auch in allen anderen islamischen Ländern werden sie verfolgt.
– Weshalb sie in ein christliches Land kommen und hier für den Islam missionieren, der sich doch verfolgt? „Hier ist es möglich.“
– Die islamischen Länder seien nicht wegen der Religion  intolerant und rückschrittlich, –  religiöser Fanatismus, Hass, Armut, Gewalt widersprechen dem wahren Islam – sondern das liegt an den anderen nicht islamischen Ländern. Auf meine Rückfrage, wer genau das ist – misstrauischer Blick. Das wüsste doch jeder. Gut sage ich, wenn es jeder weiß, dann könnte er mir doch sagen, wer so perfide ist und die islamische Welt unterdrückt und meuchelt. Er: Das hätte selbst ein Wortführer der Linken im Bundestag gesagt. Ich: Ja – was hat er denn gesagt? Er: Überall werden Waffen verkauft und ich wisse doch selbst wer das sei. Ich: Ah, sie meinen USA und Israel? Kein Widerspruch, aber er getraut sich (noch) nicht, es in Deutschland offen auszusprechen. Ich: Und die Atombombe, wurde die der Islamischen Republik Pakistan von den gottlosen USA und Israel geschenkt? Ich dachte immer, Abdul Kadir Khan habe die Bombe gebaut und wird deshalb in weiten Teilen der islamischen Welt als Held verehrt! Jetzt fällt ihm zum ersten Mal Nichts ein, dann nach einigem Zögern: Wir haben sie zumindest nicht an andere Staaten weitergegeben. (Alle Pakistaner sind unglaublich stolz auf die islamische Bombe. Mir fällt auf, dass er zum ersten Mal von „Wir“ spricht.) Ich: sie sagen zum ersten Mal „Wir“, wenn sie von Pakistan sprechen – fühlen sie sich also als Pakistani?
Er:, das Gespräch sei jetzt doch zu Ende. Mir ist es auch Recht. Wir geben uns die Hände.

 

Mein Rad ist noch da. Ich radle in den verbliebenen Tag der Neuen Deutschen Einheit.